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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
173
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Der sel. Albertus kehrt nach Köln zurück. 173

Albertus heilige Beredsamkeit überwältigt, gelobt der mächtige Kirchen-sürst, keine Rache nehmen zu wollen weder an dem Grafen von Jülichnoch an den Bürgern von Köln wegen jener Gefangenschaft, sondern,weil sie darüber Leid trügen, Alles zu vergessen, wogegen die Bürgerauch gelobten, den Erzbischof als ihren Herrn anzucrkennen und Allesgetreulich zu leisten, was sie ihm schuldig wären. Beide Thcile ver-pflichteten sich durch einen Eid, das hier Gelobte zu halten.

So bewies sich unser Albertus abermals als Engel des Frie-dens. Man kann auch von ihm sagen, seine Fußstapfen triefen vonFrieden in Mitte einer aufgeregten, von heftigen Leidenschaften undsteten Kriegen zerrissenen Zeit. Auch in dieser Hinsicht, nicht bloß alsKrcuzprediger, erscheint er gewissermassen als Nachfolger und Fortsctzerdes Werkes eines hl. Bcrnardus. Wie dieser, das Orakel seines Jahr-hunderts, sich noch vom Sterbelager erhob in wunderbarer Weise, nmFrieden zn stiften zwischen den schon der Schlacht cntgegenharrcndcnRittern und Bürgern von Metz '), so erscheint auch der selige Albertusnoch in seinem Greisenalter auf dem Schauplatze der politischen Welt,um deuen den Frieden zu bringen, die sich in Haß zerfleischt hatten ^).Beide, Beruardus und Albertus, predigten Krieg gegen die Feinde deschristlichen Namens, aber Frieden unter den Kindern Christi! Siewaren Diplomaten in wahrhaft christlichem Geiste und darum auch mitwunderbaren Erfolgen beglückt.

So hatte der greise Albertus bei seiner Wiedererscheinung inKöln auch seinen Geliebten den Gruß geboten: Der Friede sei miteuch! Sofort aber wohnte er wieder im Kloster seines Ordens zuKöln.Er bezog," sagt Rudolph,seine frühere Zelle, die er wie einBrautgemach (oxltliulg-iniruu) liebte, und begann wieder seine vorigeLebensweise zu führen. Nur war er in Haltung der Ordensregel ge-wissenhafter, als je, weil er jetzt eine höhere Stufe in der kirchlichenHierarchie erstiegen hatte." Doch war er, wie wir gehört^), als Bi-schof vom Gelübde der Armuth entbunden worden, und hatte darumeinen Vorrath von kostbaren Büchern, seinen bischöflichen Ornat, werth-

hingegen die Bürger den Erzbischoffcn vor ihren Herrn erkennen und Demselbenwas zu thun schuldig, prästiren sollen, welches Sie auch gurato versprochen haben."Leider ist die betreffende Urkunde nicht angefügt.

1) Vgl. Geschichte des hl. Bernhard von Th. Natisbonne. Uebers. 1845. II. Thl.S. 274.

2) Rudolph.

3) Er erzählt dieses in seinem Testamente selbst.