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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXV.

Als kaum einige Jahre abgelaufen waren, entstand neuer Tumultder übermüthigcn Bürgerschaft, die sich durchaus unter die Ober-Herrlichkeit des Erzbischofes nicht beugen wollte. Sie ging ein Bünd-» ein mit dem Grafen von Jülich, der eben mit dem Chnrfürstcnvon Köln im Hader lag, und schickte demselben rüstige Strciterschaarcn.In der unglücklichen Schlacht bei Lechcnig, die darauf i. I. 1267 ge-schlagen ward, kam Engelbert sogar in die Gewalt des Grafen Wil-helm von Jülich, der ihn nun drei Jahre auf dem Schlosse Nideggengefangen hielt, worauf die Stadt Köln sammt dem Grafen vom päpst-lichen Stuhle mit dem Banne belegt ward. So war abermals maß-lose Verwirrung und Verirrung cingetreten in Köln und in den wei-ten Gebieten des Erzstiftes. Da war es abermals Albertus, der ge-rufen vom Vertrauen der Streitenden oder gedrängt von Liebe zu derihm so thenern Stadt, ihrem Fürsten und ihren Bürgern, endlich wie-der vom Oberrhein (i. I. 1269) nach Köln hinabeilte, um diese ver-derblichen Flnthcn der Zwietracht zu hemmen.

Da er nach langer Abwesenheit also wieder in Köln einzog, warder nicht bloß von seinen Ordensbrüdern, sondern auch von den Vor-ständen der einzelnen Kirchen und vom Volke zu Köln mit hohenEhren empfangen'). Alle jubelten, daß sie den bewunderten Hohen-priester wieder in ihre Mauern aufznnchmcn gewürdigt wurden^).

Wir sehen, weder die Leidenschaft des Streites noch das Bewnßt-seyn der Macht und des Reichthnms hat das Volk jener Tage blindgemacht für die Wahrnehmung und Bewunderung geistiger Größe!Und alsbald gelingt cs wieder der Weisheit und dem Ansehen desAlbertus, die hvchgehcnden Wogen der Feindseligkeit zu stillenund einen länger dauernden Frieden herbeizuführcn^). Durch des

Ooloniensis. Vgl. ^pologla des Erzstists Cölln, p. 60. Ob dieses unser Albertusist, möchte ich fast bezweifeln, da er sich sonst immer chrater und guanäam Lpiso. katisp.nennt. Jedenfalls, wenn auch zum Schiedsrichter gewählt, war er nicht in Köln(sondern in Franken und Bayern) und ist daher auch nicht unterzeichnet. LIroriapisaopns heißt auch Chorregent im Mittelalter.

1) Rudolph. Die Cronika von Köln sagt ebenso: Do wart he empfangen mitgroißen eren von allen mallich.

2) Rudolph.

3) Die ^.pologia des Erzstifts Cölln sagt (I, p. 65) ausdrücklich:Im Jahre1270 ist jenes durch Vermittelung des Bischoffcn zu Negenßburg nachergangener Päpstl. Urtheil dahin beygelegt worden, daß der Erzbischof solche gefäng-nuß nit gegen den Herren Grasten zu Gnlich, noch gegen die Stadt Cöllen rächen,sondern als deren Datier, weilen darüber leidt trügen, alles in Vergeß stellen,