171
Der scl. Albertus in Würzburg.
Schrift und der Väter können wir doch unsre Anerkennung und manch-mal unsre Bewunderung nicht versagen.
Diese wenigen Notizen, die noch dazu häufig nur den Werth vonMnthmaßungen haben, sind das Einzige, was wir über den Aufent-halt des Albertus in Würzburg zu finden vermochten.
Kapitel xxv.
Der selige Albertus kehrt auf Umwegen nach Köln zurück, stiftetabermals Frieden und lehrt wieder durch Wort und Schrift.
Wie lange der greise Albertus in de» gesegneten, aber von denStürmen des Bürgerkrieges damals arg heimgcsnchtcn Gauen des Fran-kenlandcs geweilt, können wir wieder nicht mit Bestimmtheit angeben.Die letzten fränkischen Urkunden, welche den Namen unsers Meistersenthalten, zeigen das Jahr 1267 als Zeit der Ausstellung'). Wahr-scheinlich überdrüssig des steten Waffengetümmcls und des endlosenStreites der Parteien in Würzbnrg, vielleicht auch gerufen durch dieBrüder in andern Ordenshäuser», die überall seines Anblickes und sei-ner Hilfe begehrten, aber auch gedenkend seines Ausspruches, daß einLehrer (Prediger) nicht lange Z an einem Orte weilen solle, verließ erim Frühjahre 1268 die Frankenstadt, um die Pflanzungen des Ordensin Schwaben und im Elsaß nochmal zu besuchen und zu bestärken.Unterdessen war aber in seiner zweiten Heimath, in der Wiege seinerGröße, in seinem geliebten Köln, die Flamme der politischen Zwie-tracht, die früher zumeist wohl durch sein Verdienst gedämpft worden,neuerdings hochlodernd anfgestiegen. In dem Kampfe, der sich aber-mals zwischen dem Erzbischöfe Engelbert von Falkenburg und derBürgerschaft entspann, war der Kirchcnfürst sogar i. I. 1263 indie Hände seiner Feinde gerathen und zwanzig Tage in Haft gehaltenworden. Durch Vermittlung edler Männer unterwarfen sich zwar beideParteien abermals einem Schiedsgericht und cs kam i. I. 1264 zurVersöhnung 3). Aber wieder nur für kurze Zeit.
1) Der den Dominikanern in Negcnsburg verliehene Jndulgenzbrief (Uieä I,493) ist gleichfalls vom Jahre 1267, also wahrscheinlich auch noch in Würzbnrg aus-gestellt.
2) Im Kommentar zu Matthäus.
3) Unter den erwählten Schiedsrichtern ist auch wilrerlus ellori episoopu«