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Kapitel XXIV.
der deine. Von der Geduld aber sagt Petrus (1): Als er gelästertward, lästerte er nicht wieder; da er litt, drohte er nicht. Von diesenbeiden heißt es im Briefe an die Philipper (2): Er ward gehorsambis zum Tode, und zwar bis zum Tode des Kreuzes. Von dieserWolle des Lammes also ist das ungenähte Kleid Christi gemacht, dasdie Kirche auzieht, um die Wärme der Liebe zu erhalten. Das Linnenaber, welches aus der Erde entsproßt, bedeutet den Schimmer dermenschlichen Tugend und die Beispiele der Heiligen des alten undneuen Testamentes, auf deren Erde dieses Linnen gewachsen. VomGesetzgeber Moses lernt sie Milde im Regieren und Eifer im Strafen,von den Patriarchen Treue im Worte und Hoffnung auf die Ver-heißungen, von den Propheten Betrachtung der Geheimnisse Gottesund Krieg gegen die Laster; von den Aposteln an Verdienst überströ-mende Werke (opsrn, supersroAutionis) und Ausdauer im Predigtamte,von den Märtyrern Festigkeit im Glauben und Standhaftigkeit im Lei-den, von den Lehrern Studium der heiligen Schrift und Eifer im Hirten-amte, von den Bekcnnern Buße und geduldiges Ausharren in der Er-wartung auf die Verheißungen; von den Jungfrauen Reinheit undAbtödtung, von den Wittwen eheliche Treue und Demuth, von denguten Eheleuten Barmherzigkeit gegen die Armen und gute Familien-zucht."
Zum Schlüsse, wo es vom starken Weibe heißt: Sie wird lachenam letzten Tage (in die novissiino), schildert Albertus mit scharfenWorten die Ursachen ihres Lächelns, die Freuden der Kirche am jüng-sten Tage und in der Ewigkeit, die Schrecken des Gerichtes und dieStrafen der Verdammten. Die vorzüglichsten Strafen der Verworfe-nen in der Hölle, sagt er, sind folgende zehn: „Das innerlich undäußerlich brennende Feuer, die innerlich und äußerlich quälende Kälte,die innen und außen ausgebreitete Finsterniß, der Gestank des See's,die schreckliche Gesellschaft an jenem Orte, die ewige Gegenwart desAntlitzes des Teufels, die klirrenden und glühenden Ketten, das Zähne-knirschen, das Weinen der Augen und die Gefangenschaft in diesemKerker selbst."
Dieses Wenige genüge, um die Art und Weise anschaulich zu machen,wie Albertus zur Erbauung der Leser hier die Lehre vom iunern Leben derKirche entwickelt. Zwar will die Form dieser Beweisführungen und Schilde-rungen, dieser bis in's Kleinste fortgesetzten Zerlegungen und Theilungenunserm Gcschmacke nicht mehr so recht zusagen; aber dem positiven Gehalte,der häufig glänzende Gedanken und Bilder in den einfachsten Wortenumfaßt, der außerordentlichen überall hervortretenden Kenntniß der heil.