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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Der sel. Albertus in Würzburg.

Worte. Doch jener ging hin, die Thiere des Waldes zu verfolgen,d. h. die sinnlichen Genüsse. Aber sein jüngerer Sohn, der zweiteAdam, ist Christus als Mensch, der ans Geheiß seiner Mutter, derBarmherzigkeit, die ihn auch zur Menschwerdung bewog, hingingzu den nahen Hccrden der Weidcthicre und zwei Bvcklcin mit sichbrachte, d. h. den Leib und die Seele der Sünder, und er hielt sichgleichsam glücklich, daß er so schnell fand, was er suchte! Und so nahmer den Segen Adams heimlich für sich hin; denn die Gnade, welchewir in Adam erblich hätten besitzen sollen, so daß wir ihn als den Va-ter der Gnade gesegnet hätten, haben wir durch Adam verloren; aberdurch Christus sind wir wieder für sic gefunden worden und darum seg-nen wir ihn mit dem Segen der Danksagung."

Wenn es ferner heißt vom starken Weibe, daß es Wolle und Lin-nen suchte, so gibt auch hievon unser Albertus eine anmnthige Erklä-rung.Wir müssen zuerst untersuchen, was Wolle und was Linnensei. Wolle ist, was vom Lamme geschoren wird; Linnen aber, wasvon der Erde entspringt und mit vieler Mühe zu einem Gewand ver-woben wird. Das Lamm ist unser Herr Jesus Christus, von welchemes bei Jsaias (53) heißt: Wie ein Schaf ward er zur Schlachtbank ge-führt und that den Mund nicht auf. Und bei Johannes: Sieh dasLamm Gottes, stehe, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Vonjenem Lamme empfing dieses Weib sechs Arten der Wolle. Von derGeburt empfing sie zweifache, nämlich die Erkcnntniß der Verbannung,in der wir auf dieser Welt sind, und Verachtung der Welt. Denn-Christns ist im Exil geboren worden; obwohl Bethlehem fein Eigen-thum war, heißt es ja doch bei Johannes: Er kam in sein Eigenthum,und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Ebenso hat er damals dieWelt verachtet, denn nicht von einer Königin, sondern von einer Ar-men, nicht in einem königlichen Pallaste, sondern in einem Stalle warder geboren. Nach der Geburt aber wird er nicht mit Purpur undByssus bedeckt, sondern mit Windeln; und er liegt nicht in einer Wiege,sondern in einer Krippe, wie cs bei Lncas (2) heißt: Maria gebar ihrenErstgebornen und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe,weil kein Raum für sic in der Herberge war. Vom fortschreitendenAlter Jesu gewann sie wieder doppelte Wolle, nämlich die der Demuthund de? Sanftmnth, wie cs bei Matthäus (11) heißt: Lernet von mir,denn ich bin sanft und demüthig von Herzen, und ihr werdet Ruhefinden für eure Seelen. Non seinem Tode gewann sie abermals dop-pelte Wolle, nämlich die des Gehorsams und der Geduld. Vom Ge-horsam heißt es bei Matth. (26): Nicht mein Wille geschehe, sondern