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Kapitel XXIV.
der Kirche, als der erneuten Menschheit, als des starken WeibesChristi des Erlösers zu knüpfen.
Albertus sieht nämlich in jener Schilderung des starken Weibes,die Salomon dort gegeben, in prophetischem Vorbild die Kirche vor-gestellt, erklärt die einzelnen Worte jenes Kapitels in umfassenderWeise im Hinblick ans die Kirche und sucht dann durch warme Wortedie Leser, Laien, Kleriker und Bischöfe für das wahre Leben der Kirchezu begeistern. Gleich am Anfang zerlegt er sich den heiligen Text:Das starke Weib, wer wird cs finden? in folgende Punkte: „Hierwird viererlei hervorgehobcn. Das Erste ist: Warum heißt sie einWeib? Das Zweite ist, von welcher Beschaffenheit ist das gesuchteWeib? Denn sie heißt stark. Das Dritte ist die Würde des Suchen-den, welche durch das Fragewort »Wer« ansgcdrückt ist. Das Vierteist der Fleiß des Suchenden, welcher in dem Worte »Finden« angeden-tct ist."
Sofort werden dann diese Worte mit größter Ausführlichkeit aufdie Kirche angewcndet. Sie ist ein Weib durch vier Eigenschaften,durch den Seelcneiser, durch die Belehrung, durch die Mildthätigkeitund durch das Mitgefühl mit ihren Kindern, wodurch sie geistig dieAkte des Weibes wiederholt.
Die Größe seiner Stärke zeigt jenes Weib dadurch, daß es diefünf Stärksten überwindet, nämlich Gott, das Reich Gottes, denTeufel, das Reich des Teufels und sich Selbst Z. Bei der Redevom Suchen jenes Weibes schildert Albertus so schön, daß Gott esgewesen, der von den fernsten Gränzen (Gottheit und Menschheitmußten sich einigen) seine Kirche gesucht im Werke der Erlösung. Ersagt unter Andern:: „Gott hat uns nur gefunden mit (scheinbarer)Einbuße an seinem Ruhme. Denn ob der Größe des Fundes hält ersich fast für glücklich, da er uns gefunden! Das ist vorgebildet imBuche der Genesis (27), wo Isaak seinem Sohne Jakob den Segengab wegen der gebrachten Jagdbeute, indem er ihn fragte: Wie konn-test du so schnell finden? Und jener antwortete: Gottes Wille wares, daß mir schnell das entgegcnkam, was ich wollte. Isaak bedeutetGott den Vater, dessen verdunkelte Augen die Propheten sind, dennfinsteres Gewässer ist in den Wolken der Luft, wie die Lehre der Wahr-heit bei den Propheten dunkel ist. Sein älterer Sohn aber ist der ersteAdam, dem er befahl, daß er ihm Wild, das er auf der Jagd mitKöcher und Bogen erlegt, bringen solle, d. h. Gutes im Geist und im
1.1 Durch Ruhe, Geduld und Langmuth.