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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXIV.

die Bürger zusagte. Auch die Herren vou Hohenlohe, von Weiusbergund andre Lehensmänner des Stifts versprachen Unterstützung mit Rei-sigen und Pferden.

So drohte ein verheerender Bürgerkrieg auszubrcchcn. Doch durchdie Vermittlung edler Männer, besonders der Grafen Ludwig von Rineckund Heinrich von Branncck ward am 26. Aug. 1265 abermals ein Ver-gleich zu Stande gebracht, und es scheint, unser Albertus war wiederdie Person des Vertrauens aller Parteien, da er zuerst als Zeugedes Vertrages erscheint und an diesen auch sein Siegel gehangen hat.Wie mächtig aber seine Beredsamkeit, wie bezaubernd seine Erschei-nung, wie unbezweifelt seine Gerechtigkeit gewesen, können wir ausdem Inhalte dieses Vertrages schließen. Denn die Bürgerschaft schworabermals, dem Bischof treu und gehorsam zu seyn, ihm das Siegelund die Thorschlüssel der Stadt zu übergeben und acht Jahre das Um-geld zu entrichten, ohne sein Wissen Niemand znm Bürger oder Raths-herrn anzunehmcn, sein Geleite zu achten, die Geistlichen, den Adelund die Jndenschaft nicht zu kränken, sondern bei ihren Rechten undFreiheiten zu schützen, die bischöfliche Münze in ihrem Werthe anzuer-kennen und die Fälscher derselben, sowie die des Weinmaßes, dem Ge-richte auszuliefern, die verjagten Juden und Christen wieder in ihrEigenthum einzusetzen und in ihrem Gewerbsbetriebe nicht zu stören.Für die zugesügten Beschädigungen und Plünderungen mußten demBischöfe 2000 Mark Silbers, ebenso viel den Chorherren und Räthenerstattet, die zerstörten Wohnungen derselben aber aus Kosten derStadt wieder aufgebaut und die geraubte Hauseinrichtung ihnenvergütet werden. In des Bischofs Willkühr sollte cs stehen, ob er dieZünfte bestehen lassen oder aufheben wolle. Auch sollten die aufge-worfenen Schanzen und Bollwerke wieder abgetragen und schlüßlichdem Abte von St. Burkhard eine Entschädigung gegeben werden,welche der Bruder Albert zu bestimmen habe. Als Bürgen dieserVersprechungen setzte die Bürgerschaft 24 in der Stadt ansässige, ehren-hafte Männer ein und Bruder Albert hing sein Siegel unter die Urkunde.Außer ihm und obigen Grasen waren noch als Zeugen gegenwärtigder Dekan und der Propst von Hang Z. So hatte also die Weisheitund das Ansehen des Albertus die trotzigen Bürger zur Anerkennungder Gerechtigkeit gebracht und auf eine Zeit lang den drohenden Sturmbeschworen. Nach einigen Monaten s23. Dez.j °) bekräftigt er wieder

1) Nach Fries Würzburger Chronik I, 355 und Längs Lexeota III, 251.

2) Rex. III, 255.