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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sel. Albertus als Prediger des Kreuzes. 161

werke erhellt, Albertus war nach seinen mannigfachen Umzügen wiedernach seinem alten Bischofssitze znrückgekommen, wo er wohl imPredigerkloster Wohnung nahm. Er ist wieder der Mann des öffent-lichen Vertrauens, da in seiner Gegenwart und unter seiner Zcngschaftein wichtiger Lchensakt vorgenommcn wird.

Zugleich bemerken wir aber, daß Albertus jetzt den Titel einesPredigers des Kreuzes nicht mehr führt. Er hat also wahrscheinlichin Berücksichtigung seines hohen Alters Befreiung von der drückendenLast gefunden, die er nun in die Hände der Obern dort nicdcrlcgte,wo sie ihm war aufgehalst worden, nämlich im Dominikanerkloster zuRegensbnrg. Und so, sahen wir, hat unser Meister als Greis wenig-stens auf kleinem Gebiete auch die Rolle des heiligen Bernardns ge-spielt, er hat mit Aufbietung aller Kraft der Rede dahin gearbeitet, dieHerren und Völker Bayerns, Schwabens und Frankens aus dem Stumpf-sinne auszurüttcln und sie nochmal zum Kampfe für die heiligen Stät-ten zu entflammen. Er hat also nicht bloß das Jerusalem der Wis-senschaft als christlicher Streiter zu erobern gesucht, sondern auch dasirdische Sion den Händen der Ungläubigen zu entreißen redlich sichabgemüht.

Kapitel xxiv.

Der selige Albertus weilt längere Zeit in Würzburg.

Kaum hatte der selige Meister Albertus durch Enthebung vondem Amte eines Kreuzpredigers seine heilige Freiheit wieder erlangt,kehrte er abermals in sein geliebtes Würzburg zurück. Dort hattenja die vielen mit hoher Ehrfurcht zu ihm aufblickendcn Freunde ihndringend Ungeladen, in ihrer Mitte zu bleiben. Und dem Orden selbstmußte cs erwünscht seyn, wenn Albertus der sich erst ansbreitcndenPflanzung desselben in der mächtigen Hauptstadt Frankens rathend zurSeite stünde. Vielleicht dürfen wir auch die Anmnth der rings mitrebenbckränzten Hügeln prangenden Gegend und die Milde des Klimasals einen Grund anführcn, warum seine Obern den greisen Lehrerbestimmten, seinen Wohnsitz für längere Zeit in Würzbnrg aufzu-schlagen. Er sollte hier von den Ungeheuern Anstrengungen der letzten

Negenöburg sind, läßt sich wohl nicht zweifeln, daß Albert sich wieder in Negenöburgbefunden habe.

Sighart, Albert d. Große.

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