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Kapitel XXIll.
und schriftliches Wort nach Möglichkeit gehoben worden. Albertkonnte also auch in dieser Hinsicht mit gutem Gewissen den Hirtenstabvon sich legen oder vielmehr seinem trefflichen Nachfolger übergeben.Wahrlich, man kann ans seine kurze Bisthnmsverwaltung zu Regens-burg anwenden die Worte der Schrift: „In kurzer Zeit hat er langeJahre erfüllt!"
Kapitel xxm.
Der selige Albertus als Prediger des Kreuzes für Deutschland undDöhmen. Sein Umzug in Bayern, Schwaben und Franken.
Nachdem Albertus die so heiß ersehnte Freiheit wieder gefunden,kehrte er mit der Freudigkeit des Vöglcins, das langer Gefangenschaftentronnen ist, wieder zu seinem geliebten Ordensleben zurück. Inwelchen Klöstern und an welchen Orten er sich aber in den nächstenJahren aufgehalten, ist wieder schwer zu bestimmen. Seine späteren,im Kölner Kloster lebenden Biographen lassen uns hierüber völlig imDunkeln, ja sie deuten an, daß Albert sogleich in seine Klosterzelle zuKöln zurückgckchrt sei. Doch die bayerischen Urkunden widerlegen solcheAnnahme und geben uns sogar einiges Licht über das Leben und dieBestrebungen Alberts in jenem Zeiträume.
Der große Meister scheint sich unmittelbar nach seiner Resignationin ein bayerisches Kloster seines Ordens zurückgezogen zu haben, umeinige Ruhe zu genießen und die Sammlung des Geistes von denMühseligkeiten und Zerstreuungen seines hohen Amtes wieder zu ge-winnen. Er stand bereits dem siebzigsten Lebensjahre nahe. Ob erwieder in Regensburg selbst geweilt im Kloster von St. Blasius, oderob er sich vielleicht nach Salzburg und in dessen Sprengel begeben, dain diesen Gegenden Alberts Andenken sich so lebendig erhalten'), kön-nen wir nicht mit Bestimmtheit angeben.
Aber nicht lange dauerte diese Zurückziehung Alberts vom großenSchauplatz der Welt, der Genuß der ersehnten Ruhe wurde bald wiedergestört durch ein neues Amt, das dem greisen Manne durch den Willen
1) In vielen Kirchen des Salzburger Landes findet man Bilder des Albertusin der Borhalle aufgehangen. Er erscheint da gerade im Akte der Wandlung, wäh-rend dessen Christus ihm Belehrung über zwölf Fragen, die Vollkommenheit betref-fend, ertheilt.