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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sel. Albertus'als Prediger des Kreuzes.

des obersten Hirten der Christenheit ausgehalst wurde. Er mußte jetztnoch als Prediger des Kreuzes austreten! Denn es war die Zeit jenergroßartigen Kriegsunternchmungen noch nicht abgelanfen, die wir un-ter dem Namen der Krenzzüge kennen.

Bereits oftmals war im Verlaufe der letzten zwei Jahrhunderteder Ruf des Paters der Christenheit an die Völker des Abendlandesergangen, sich in Eintracht und Gottvertranen znsammcnznschaarcn unddem Sohne Muhammeds, dem Dränger des christlichen Namens, dieBeute des heiligen Landes abzunehmen, das Zeuge des Lebens undLeidens des göttlichen Erlösers gewesen. Hunderttausende waren die-sem Rufe von Oben gefolgt, hatten in heiliger Begeisterung das Kreuzsich ansgeheftct und dem Zuge gegen die Feinde des Kreuzes sich an-geschlossen. So waren die Kreuzzüge entstanden, diese großartigenZeugnisse für die ideale Richtung, für die Glaubenskraft und Liebcs-glut des christlichen Mittelalters, da es für ein Ideales, größtenthcilsaus geistigen und religiösen Motiven, einer so Ungeheuern Anstrengungund Aufopferung sich hingab.

Wir wissen, mit welch glänzendem Erfolge der erste Kriegszugdieser Art gekrönt war. Das heilige Land mit der Perle unter denStädten der Erde, mit Jerusalem, war in die Hände der Kreuzfahrergefallen. Aber bald wurde die neubegründete Herrschaft der Christenin jenen Gegenden theils durch die eigne Schuld, durch die nagendeZwietracht und arge Korruption der Sitten unter den Kreuzfahrern,theils durch die Tapferkeit der Feinde hart bedrängt, immer mehr ge-schmälert und am Ende wieder völlig vernichtet'). Daher der stetserneute Rnf der Päpste, durch neue Zuzüge aus dem Abendlande denbedrängten Brüdern im Osten zu Hilfe zu kommen; daher die Auf-

1) Wie man in Deutschland im dreizehnten Jahrhundert noch von den Kreuzzügendachte, schildert unser Walther von der Vogelweide, selbst Kreuzfahrer, mit den Worten:Wohl wissen wir Alle, wie dieses edle und heilige Land unglücklich, einsam undverlassen ist! Weine, Jerusalem, weine, denn du bist vergessen. Das Leben enteiltund der Tod wird uns noch in de» Sünden antreffen. In Gefahren und Kämpfenaber wird Vergebung gewonnen, darum laßt uns Christi Wunden heilen und dieKetten seines Landes brechen. O du, Königin aller Frauen, gewähre uns deinenBeistand! Dort ward dein Sohn geopfert! Dort ließ er sich taufen, er, der himm-lisch Reine, um uns zu entsühnen; dort ließ er sich verkaufen, er, der Reiche, umuns Arme loszulösen! Dort litt er den schmählichsten Tod! Wohl dir, Speer,Kreuz und Dorn! weh euch, ihr Heiden! Gott wird durch seiner Helden Arm dieUnbild rächen!"