Darum wandte er sein Auge ohne Unterlaß hin nach Rom, wo dieseheiligen Fesseln ihm waren angelegt worden und lag dem Vater derChristenheit wiederholt mit glühenden BittenZ und wundersamer Be-redsamkeit an, ihn des Bisthums, nach welchem er nie verlangt, gnä-diglich wieder zu entheben. Lauge flehte er, ohne Erhörung zu finden.Endlich gab Papst Urban IV. mit Beistimmung der Kardinale demunabläsfigeu Drängen nach und vermochte den vom Kapitel einstimmigerwählten Dekan der Kirche zu Regensburg, Leo den Tundorfer, derdurch einen Schwur sich verpflichtet hatte, das Bisthum nicht anzu-nehmen außer auf Befehl des Papstes, der Last des Oberhirtenamtessich zu unterziehen?).
Voll Entzücken über die endliche Erhörung seiner Bitten legtealso Albert den Hirtenstab zu Regensburg nieder, verzichtete ans seinehohe Würde und kehrte mit der Schnelligkeit eines losgelassenen Bo-gens zu seinem armen und demüthigen Ordensleben zurück. Das be-zeugt ein Zeitgenosse und Ordensbruder des Albertus selbst, nämlichBernhard Gnidonis, indem er in seiner Chronik sagt: „Bruder Al-bert übernahm das Bisthum Regensbnrg nur gezwungen, warf esaber wie eine Kohle, welche die Hand brennt, nach erlangter Erlaubnißwieder von sich und kehrte zur Armuth seines Ordens zurück ch."
Wann diese Verzichtleistung des Albertus auf sein Bisthum Re-gensburg geschehen, ist nicht mit völliger Genauigkeit zu bestimmen.
1) Papst Urban IV. sagt selbst in der Bestättigungsurkundc Leo's: Sans Uatis-xonensis üoelesia per cessionem venersdilis iralris nostri Ulbert! vpiscopiguonckam Ratisponensis al, eo petitam instanter et tanäein äe consilioIratrum noslrorum a novis aämisssm vaeante eto. Bei Uieel, 6oä. ckipl. I,P. 465. Obiger Tholomäus de Luca sagt: Non guievit, guousciue aecepta luitsua renuntialio per suminunr pontiiicem: quoä kaeilius impetravit ex sua gra-tiositate sermouis et ex maxima lama suas ckoetrinae, guae totaliler peribat ennrenss et lancea curae pastoralis 6ermaniae.
2) Prussta »nd Rudolph irren, indem sie Clemens IV. als den Papst bezeichnen,der die Bitten des Albertus erhört hätte. Vgl. Prussia S. 267. Er sagt: De li-oentia ixilur impelrata per eunr a summo kontiüee Llemento tzuarto, suocessorsIlrdani praeäicti, relicto kraesulatu, relieto patrimonio Lpiseopali, insixniqueurbs sua liatisponensi, aä Orckinis sui paupertatem valuntarie reckiit sseunä»anno praetati Oleinentis papae. Die Urkunden bei Nied widerlegen diese Nachricht.Die Lösung des Näthsels ist, daß Albert erst unter Clemens nach Cöln zurückkam.Uebrigens sagt der nahe Hermann von Altaich ganz richtig, Albert habe in die HändeUrbans resignirt. Vgl. Oel. I, 682.
3) Vgl. Quetif und Echard Lcript. vom. I, p. 169 und Rudolph.