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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Der sel. Albertus verzichtet auf sein Bisthnm Regensburg. 151

und, obwohl stehend auf dem Gipfel der Ehren, schmachtete er doch nachden armen und verborgenen Einsiedeleien des Ordensstandes '). Die zarteGewissenhaftigkeit seiner Seele ließ ihn in dieser Stellung eines Bi-schofs nicht zur Ruhe kommen ob der beständige» Furcht, in einem derstets obschwebenden Rcchtshändel die Rechte irgend eines Menschen,sei es des Kaisers, oder der Bürger, oder der Untcrthanen, oder dieRechte der Kirche zn verletzen. Er sah ein, bemerkt Rudolph, wieschwer es ist, eine deutsche Kirche zu regieren und dabei nicht entwe-der Gott oder die Menschen zn beleidigen^. Auch die Furcht quälteihn, es möchten durch seine Nachlässigkeit Diebe in seine Hürde ein-dringcn nnd Beute daraus fortschleppcnch. Endlich konnte er sich im-mer des Gedankens nicht erwehren, daß er durch Bebauung desFeldes der Wissenschaften, durch Bearbeitung aller Disciplinen imGeiste des Christenthums mehr wirken könnte zur Ehre Gottes undzum Heile der Kirche, als durch die Regierung eines einzelnen Bis-thums 4).

Was er ans dem Gebiete der Wissenschaft leistete, war ja für denUmkreis der ganzen Kircbe fruchtbringend, diente als Waffenkammerzur Verteidigung des Glaubens, zur Ausrüstung tüchtiger Streiterdes Herrn5), während seine Amtsverwaltung als Bischof sich nur aufeinen kleinen Theil des göttlichen Weinberges erstreckte.

Alle diese Erwägungen und Gründe mußten bewirken, daß Albertnur ungern den bischöflichen Stuhl zu Regenöbnrg inne hatte und daßer sich sehnte, dieser Last eines Oberhirten enthoben zu werden.

1) Jammy a. a. O.

2) Prussia sagt ebenso: IMnedat cke perieulo, guock ^.tamannise Lpiseoposod teinporalis äominii xrsvainen ack inntla äarnnnbilia quanckoque pertralrit.x. 286.

3) Nudolph. Es waren auch jene Zeiten nnd Gegenden von häretischen Bestre-bungen nicht frei. In einem Jndnlgenzbriefe, welchen den Predigermönchen in Negens-burg der Bischof Heinrich 1277 ausstcllte, heißt es ausdrücklich, man müsse sie unter-stützen gegen die grassircnden Häresien (contra prokliAcnäas Iiacreses), und nachAlberts Negierung kommen die sogenannten Armen von Lyon auch in Ncgensburg vor.Bgl. Riech Lock, ckiptom. I, x. 548.

4) Nudolph. Prussia sagt: RleZit maxis conleinplationi et meäitationi «eibi-lium et saerarum litterarunr in Orckine, cke quo N88>unptu8 tuerat intenäere,Huanr pastornlis curae negotii» »ine truetu in8ervire. p. 267.

5) TholomäuS de Luca, der Zeitgenosse des Albertus, gibt letzteren Grund be-sonders als den an, der den Papst bewogen, der Bitte des Albertus um Enthebungzu willfahren. Quetis und Echard I, 169.