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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Der sel. Albertus verzichtet auf sein Bisthum Regensburg. 149

den Aegyptern ein unbeflecktes Lamm ein Gräuel gewesen. Die Fröh-lichen sagten, sie haßten ihn, weil er zu ernst sei, die Ernsten aber sag-ten, er sei zu fröhlich; aber der eigentliche Grund ist: die Männerder Arglist haßten den Mann voll Geradheit und Einfalt." Und erselbst deutet im Cvmmcntar zum Lncas darauf hin, daß seine Strengein den reformatorischcn Bestrebungen ihm vielen Haß und mancheStürme während seines bischöflichen Waltens zngezogen und das hei-lige Amt ihm unerträglich gemacht hätte. Zu Kapitel XXII bemerkter bei den Worten: Wer unter euch größer ist, werde wie der Klei-nere:Wer unter euch größer in der geistlichen Gewalt ist, werde wieder Kleinere, der zu keiner Würde erwählt wird, denn wie der Phi-losoph sagt: Niemand erwählt Jünglinge zu Feldherren, weil sie be-kanntlich noch nicht weise sind. Matth. XVIII. Wer sich selbst er-niedrigt, wie jenes Kind, der ist der Größere im Himmelreich, weildieser mehr geeignet ist zur Begründung der Kirche. Denn in derUrkirche kümmerte man sich nicht viel um Macht und Ansehen, sondernalle blickten auf die Demuth und die Beispiele der Liebe. Und daswollte auch der Herr, da er sprach: Lernet von mir, denn ich bin mildeund sanftmüthig von Herzen. Nehmet mein Joch auf euch u. s. f.Denn nichts ist leichter, als in Demuth und Milde die Untergebenenleiten, so lange es die Zeiten gestatten. So bald aber die Fülle desBösen einen zwingt, mit Ernst und Strenge cinzuschreiten, dann scheintsein Amt einem Hirten der Kirche, wie einst dem Moses, etwas Un-erträgliches zu seyn, wenn nicht einer, am Luxus sich erfreuend, dieBösen dulden, ja sogar hegen will, wie es Prälaten in unsrer Zeitmachen, die eher des Sardanapal als Christi Stelle vertreten!" Alsoweist hiemit Albert selbst so ziemlich auf den Grund der Gehässigkeitund Verleumdungssncht Vieler gegen seine Person hin, es war, weiler das Böse nicht dulden wollte!')

Doch diesen bittern Kelch der Lästerung und Verfolgung hätteAlbertus im Hinblicke auf das hohe Vorbild, auf den obersten Hirtender Seelen, gewiß noch länger mit Ergebung getrunken. Aber es wa-ren noch mächtigere Gründe des Ueberdrusses an seinem hohen Amtevorhanden. Die ganze Stellung eines deutschen Bischofcs in jenenTagen war so ganz den Neigungen und Wünschen seines Herzens undseinen Idealen eines Stellvertreters Christi entgegen, daß er sich inimmerwährende Unruhe versenkt und in die Qualkammer stets sich

1) Prussia sagt, Albert habe resignirt, eernen8 in xopulo äuro non posse xro-üesre. p. 266.