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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
147
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Der sel. Albertus verzichtet auf sein Bisthum Regensburg. 147

Wahrscheinlich betrafen diese falschen Anklagen seine Beschäftigungmit den Wissenschaften, mit den heidnischen und mnhamcdanischenSchriftstellern, seine Natnrstudicn; wahrscheinlich ging von Mund zuMund die Sage, daß Albert draußen in der Geheimstnbe seinesSchlosses Stauf mit verbotenen Künsten sich abgcbe, daß er dort Be-suche und Dienste von unsauber» Geistern empfange, daß all seineWeisheit aus dieser trüben Quelle stamme, daß er durch den Betriebjener geheimnißvollen Wissenschaften den Glauben gefährde und selberschon eingebüßt habe. Wenn wir die Nachrichten der RegensburgerChronisten und Albcrts eigne Worte in Erwägung ziehen, können wirnicht zweifeln, daß wirklich solche ihn gewiß schmerzlich berührendeGerüchte im Umlauf waren. Denn Hochwart erzählt ausdrücklich, manhabe den Bischof Albert der Nckromantie beschuldigt 0, und Gumpelz-heimer theilt uns noch die Sage mit, man habe bei ihm auf demSchlosse Stauf eine Zanbcrstgur in Mädchengestalt gesehen, die sichbewegte und den Boden zu kehren verstand. Albert selbst aber sprichtsich am Schluß seines Commentars zur Politik des Aristoteles, derwie die Ethik in jenen Jahren geschrieben seyn muß^), in heiligerEntrüstung also aus:Ich habe dieses Buch mit den andern physischenund moralischen Büchern zum Gebrauch der Studierenden ansgelcgt.Ich bitte hiebei alle Leser zu bedenken, daß in diesem Buche nur vonden freiwilligen Handlungen der Menschen gesprochen wird, die nach

1) Oes. I, 208. Hochwart sagt: De irecromantia illius uonrrisi Dlateronesricliculi labulam eommeuti sunt, eum virurn tam bonurn Malis arlidus sluclulsssnon sit verisirnile, rriultogue minus oreäibile.

2) Dieses Werk, sowie der Kommentar zur Ethik haben einen etwas verschiedenenCharakter von den früheren Kommentaren des Albertus, sie sind nicht mehr Para-phrasen, sondern eigentliche Kommentare, mit Vorgesetztem doppelten alten und neuenTexte, und verrathen auch fast einige Kenntnisse des Griechischen. Vielleicht warunterdessen der Kommentar des hl. Thomas schon erschienen, den Albertus benützte.Später hat er sich schwerlich mehr mit solchen philosophischen Werken beschäftigt, daer im Kommentar zum Lucas die Theologie fast mit Verachtung der andern Wissen-schaften zu seiner Braut erhebt, indem er sagt: kuielrras sunt xonae tuae, ut tur-turls, Iroe est puäoratae virtutis et eastne veritatis, guae cst tlreologsia, c>uaeensta stnt lntra limites üäei, nee luxuriatur zier plrantasias, sicut soeuieae me-retrieulae aliarum seieutinrum. Iluee mulier est, äs qua äieitur: Tu gloriaJerusalem, tu Inetilia Israel, tu Ironorilleentia gopuli nostri. ^ä eaput I. Dv.Due. Bei solchen Anschauungen wird er sich später schwerlich mehr viel mit philoso-phischen Untersuchungen abgegeben haben. Auch will er dieses Werk »»mittelbar andie Physik angeschlossen haben.

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