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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel XXII.

auf Albertus zurückführen, so müßten wir auch für die Mehrzahl derPrediger- und Miuoritcukircken in Deutschland, Frankreich und Italien,ja für unzählige andre gothischc Kirchen, die im dreizehnten Jahrhundertüberall unglaublich rasch anfblühten, ihn als Schöpfer betrachten. Wirzweifeln daher keineswegs, daß unser Albertus bei jenem in Regeusburgsich erhebenden Gottesbau der Prcdigerbrüder durch Rath und Thatauch aus der Ferne Beistand geleistet. Er hat wohl als alter Pro-vinzial anzugcben vermocht, worin jene Bauordnung des Ordens be-siehe (nw8 oräiniZ), wie die Kirche den Zwecken des Ordens am Bestenentspreche, wie die nöthigcn Mittel aufzutreiben feien. Aber um seinWirken als Architekt hiebei anzunehmen, haben wir wohl zu wenigeAnhaltspunkte').

Also flechten wir in das ohnehin überreiche, reine Diadem unsersMeisters keine Perle, von der ungewiß ist, ob sie ihm gebührt!

Kapitel xxii

Der selige Albertus verzichtet auf sein Disthum Regeusburg.

So leitete Albertus, der wunderbare Wagenlenker des Herrn ^),die Kirche von Regensburg mit augenfälligem Segen. Als Oberhirteeiner großen Heerde, als Prediger der Heilswahrheiten, als durchsein Vorbild voranleuchtender Reformator der Sitten des Klerus unddes Volkes, als Verwalter des Kirchengutes und als Schriftstellerwirkte er mit gleicher Auszeichnung. Dennoch konnte ihm das Lebenin dieser Stellung niemals zusagen. Es waren vor Allem die ihmaufgcbürdcten Verläumdungcn und zugefügtcn Unbilden, die den Wunschnach einer Veränderung, nach Erlösung von diesem Wirkungskreise inihm nähren und mehren mußten. Denn er hatte nach dem Berichte derBiographen eine zahlreiche Schaar von Feinden gegen sich aufgeweckt,die sich besonders bestrebten, falsche Gerüchte über den würdigen Bi-schof auszubreiteu.

II Es scheinen überhaupt im ersten Jahrhunderte des Bestandes die beidenBettelordcn, denen die Reform der Sitten und Vcrtheidigung des hl. Glaubens alsAufgabe zugefallcn, sich nicht mit der Kunst beschäftigt zu haben, wie die früherenOrden. Selbst in Nom bauten zur Zeit des hl. Dominikus fremde Laienbaumeisterdas Kloster, die dann von herabfallenden Steinen erschlagen wurden.

2) Rudolph.

3) Prussia S. 266 und Rudolph.