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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Wie Albertus auch jetzt hl. Bücher schreibt. 143

jener Zeit, die dem Predigerorden angehörten und bei deren Entstehungdie Sage gleichfalls den Albertus eine Rolle spielen läßtZ.

Man glaubt nämlich aus jenen gemeinsamen Merkmalen der höch-sten Einfachheit des Maßwerks, der Ornamente und Gewölberippen, desMangels an einem Kreuzschiffe und Thurmbaue, der Schlichtheit derPfeiler u. s. f. auf Eine Persönlichkeit schließen zu dürfen, die zu allenjenen Bauten den Plan entworfen oder doch hiebei die Direktive ge-geben.

Wir bemerken nun hierüber in Bezug auf die Regensburger Kirche,daß die Geschichtschreiber von einer solchen Thätigkcit des Albertuswiederum kein Wort berichten. Ja, Prusfia fügt sogar zur Schilderungder bischöflichen Amtsführung des Albertus in Regensburg die Notizbei, daß er dort keine Bauten aufgeführt ^), sondern aus Demuth sichmit den vorhandenen begnügt habe. Wollte man diese Bemerkungauch auf einen Pallastbau beziehen, so lag doch hier für den Chronistennahe, von Kirchenbauten zu sprechen.

Dann möchte wohl überhaupt die stete Uebung der abstraktestenSpekulation bei einem Scholastiker die künstlerische Thätigkeit, die aufder Entwicklung der schaffenden Phantasie beruht, sehr unwahrscheinlichmachen. Wenigstens haben wir kein Beispiel der gleichmäßigen Ent-faltung des Verstandes und der Phantasie. Jene früheren großengeistlichen Baumeister waren fromme Künstler, aber keine Scholastiker.Und was die Ähnlichkeit jener ersten Dominikanerkirchen betrifft, sobesteht diese zumeist in jenem Charakter der höchsten Einfachheit undSchlichtheit der Bautheile, während im Einzelnen wieder vielfache Ver-schiedenheit und Abwechslung uns entgegentritt. Jene Eigenthümlich-keit erklärt sich aber genügend aus der Sittenstrenge und Liebe jenerOrden zur Armutkh), die sich auch in den Bauten ihrer Häuser undKirchen knndgeben sollte, ebenso aus der Eile, womit sie solche Bautenausführten, um bald eine Kirche zum Gottesdienste zu besitzen. Woll-ten wir alle, jene allgemeinen Merkmale zeigenden Bauten der Gothik

1) So in Basel, Straßburg, Freiburg, Bern, Eßlingen, Würzbnrg.

2) Es heißt bei Prusfia S. 265: In momorialo sui igoius, puls in sscli-üciio novis eonstruenciis et amplianäis terrae terminis, nilril attentare voluit, yuianipliorem, non manukaotanr aeternanr in coeiia äomuni intrare cupiehat.

3) Die Dominikaner scheinen besondere Vorschriften für Kirchcnbauten gehabtzu haben. Denn Bischof Leo sagt in dem Briefe, worin er eine Schenkung zu demNeubau der Kirche der Dominikaner macht, sie sollten bauen seaunclum moremoräinis. Bei Nied.

Sighart, Albert d. Große.

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