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Kapitel XXI.
Prediger war schon vor der Ankunft unsers Albertus in Regensbnrgfür die Bedürfnisse des Volkes, das sich ihnen mit vollem Vertrauenhingab, und ihre Predigten am Liebsten aufsuchte, zu klein geworden.
Vom Jahre 1263 an finden wir nun Schenkungen an das Klo-ster, die vielleicht auf einen Neubau schließen lassen'). Das ist aberdie Zeit unmittelbar nach der Negierung des Albertus. Vier Jahrespäter lesen wir, daß Albert noch von der Ferne aus seiner Domini-kanerkirche in Regensbnrg liebend gedenkt, indem er einen Ablaß von40 Tagen den Besuchern der Kirche an drei Festen bewilligt ^).
Möglicher Weise fielen dabei Opfer, welche zum Kirchcnban ge-sammelt wurden, obgleich der Ablaßbrief keine solche Bedingung stellt.Doch erst im Jahre 1273 begann der wirkliche Neubau der Kirche,der auch im kurzen Zeiträume von vier Jahren vollendet wurde. Esist die älteste, vollständige Schöpfung der Gvthik in Altbayern ff, diewir kennen, eine dreischiffige Kirche mit cingczogenem, dreiseitig endigen-dem Chore und sehr niedrigen Seitenschiffen. Die Pfeiler sind acht-eckig mit Halbsäulen an der Stirnseite und mit ungeschmückten Kapi-tälen, während auch die Fenster des Schiffes das einfachste Maaßwerkvon Kreisen und Kleeblättern im Bogenfclde zeigen ff. Die Consvlcnder einfachen Gurten bestehen aus gebogenen Hörnchen oder Rüben.
Diese liebliche Kirche zeigt die Gvthik in ihrer höchsten Einfach-heit, wie sie wohl absichtlich von den Bettelvrden znm Ausdruck derheiligen Armnth damals gewählt wurde. Man hat nun, wie wiroben schon bemerkt, die Vcrmnthnng ausgesprochen, der Plan dieserKirche stamme von Albertus, der ihn noch während seiner Anwesenheitin Regensbnrg entworfen. Diese Annahme scheint darum näher zuliegen, weil der Bau viele Aehnlichkeit hat mit andern Bauwerken
1) Vgl. Nied I, 470. Es ist aber nur von Bequemlichkeit der Brüder die
Nedc.
2) Bei Nied I, p. 403. Es heißt: Oum Dominus acl statum Dpiseopalomnos cligqiatus sit miserieoräilcr promovere, äi^num arbitramur, quoä nos ipsiusäei eultui impenäamus äilixentiam ampliorem. Das Datum ist der 6. Mai 1267.
3) Da die alte Pfarrkirche in Negensl'urg nur zum Theil mehr (im Westen)den alten gothischcn Bau von 1250 zeigt. Die Dominikanerkirche dient jetzt alsStudienkirche, ist aber leider mit gräßlichen Zopf-Altären u. dgl. entstellt.
4) Vgl. darüber Schnaase Bd. V, 584. Abbildung bei Kallenbach in seinerGeschichte der abendländ. Kirchenbaukunst Tafel 30, 6. Die genaueste Beschreibunggibt A. Nicdermayr in der A. Postzcitnng I. 1856. Nr. 88.