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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
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weise angeführt, der Zusammenhang erläutert und dann bei jedemWorte durch zahllose Parallcllstellen ans der Schrift, aus den Väternund andern weltlichen Autoren der Sinn entwickelt. Es wird hiebeinach der Erklärung des Autors selbst vor Allem die buchstäbliche, daundie moralische Bedeutung gesucht, während die typische, prophetischeErklärung seltener Anwendung findet. Wir heben einige kurze Stel-len hervor, da die meisten von gewaltiger Ausdehnung sind ').

Der Zusammenhang der Bitten des Vaterunsers wird also dargestellt:Nachdem das Wohlwollen dessen gewonnen ist, von welchem man Alleserbitten muß (durch die Benennung Vater), so stellt der Herr in fünfBitten Alles zusammen, was man erbitten muß, und was für diesesund das zukünftige Leben nothwendig ist. Drei davon beziehen sichauf Erreichung des Guten, zwei auf Entfernung des Bösen. Jenedrei aber, welche sich auf Empfang des Guten beziehen, theilen sich so:Zwei beziehen sich ans die Erreichung eines geistigen Gutes, eine aufdie eines körperlichen Gutes. Unter denen, welche ein geistiges Gutanstreben, ist eine, welche das Gute Gottes (surret. nom. tu.) will, undeine, welche ein verdienstliches Gut (uäveu. rsZ. tu.) erfleht, welcheszum Gut Gottes führt. Daraus erhellt die Eintheilung und Ordnungjener Bitten: weil das Gute vor dem Bösen ist, wie das Haben vordem Befreitwerden, so gehen jene Bitten um das Gute voraus. Undunter den Gütern steht das geistige vor dem zeitlichen, weil es werth-voller ist. Und unter den geistigen Gütern steht das Gut Gottes vordem Gut des Verdienstes, weil dieses erst zu jenem führt, wie dasZiel vor dem ist, was zum Ziel führt."

Bei der Stelle von der Anssendung der zweiundsiebenzig Jüngersagt Albert, indem er das WortJe zwei" erklärt:Seht da, dasist die Art der Aussendnng! Warum sendet er sie je zwei aus? Ein-mal, weil es so vorbildlich geschah im B. Gen. 7: Die unreinenThiere wurden zu zwei in die Arche eingeführt. So führen die Jün-ger die zwei Unreinen, d. i. Männer und Weiber, oder Juden undHeiden in die Arche der Kirche, wie in das Leintuch des Petrus(Apstg. 10), damit sie geheiligt werden. In jenem Leintuch des Petruswird nämlich auch das, was gemein, d. h. unrein war, von Gott hei-lig genannt, seitdem auch die Juden in das Linnentuch eingingen, undAlle wurden in den Himmel ausgenommen. Das Leintuch bezeichnetenämlich die Weiße des Tanfkleides, wie auch die Arche die Taufe sinn-bildet. Eine zweite Ursache ist nach Gregorins: Christus schickt sie zu

i) So hat die Exegese des Wortes Vater im Vaterunser 3 Druckseiten in Folio.