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Wie Albertus auch jetzt heil. Bücher schreibt.
Dort war es, wo er (offenbar im Laufe des Jahres 1261) seinenumfassenden Commentar zum Evangelium des hl. Lukas schrieb I, einWerk, das die alten Schriftsteller nicht genug bewundern können, indemsie sagen, Albert zeige sich hierin selbst als einen zweiten Lukas, d, h. alseinen Arzt, der trefflich die Seelen zu heilen wisset Das letzteremag daher kommen, daß er in diesem Werke mehr als sonst gegendie Gebrechen der Zeit zu Feld zieht und sie zu heilen sucht. Albertsoll dieses Werk, einen gewaltigen Band, mit eigener Hand ganz leser-lich in jener Zeit geschrieben haben. Aber Hochwart, der das Buchselbst (im sechzehnten Jahrhundert) gesehen, erklärt, es scheine ihm un-möglich, daß ein Mann im Zeitraum eines Jahres ein solches Buchschreiben konnte, auch wenn er sonst keine Beschäftigung hätte ^).
Wie sich dicß auch verhalten möge, der gewaltige Quartband,mag ihn nun Albert selbst geschrieben oder diktirt haben, wurde vonihm den Prcdigermönchen in Regensburg als Andenken hinterlassen.Dort ward er immer als kostbarer Schatz aufbewahrt und den Be-suchenden mit Frohlocken gezeigt bis zum Beginne unsers Jahrhunderts,bis zur Auflösung des Klosters, von wo an seine Spur verschwun-den ist 4).
Da dieser Commentar als des Albertus Hauptwerk über die heil.Schrift zu betrachten ist, müssen wir doch einige Worte über seinenCharakter sagen und einige Stellen daraus mittheilen, die als Probedienen mögen. Die Beschaffenheit dieses Schriftwerkes ist im Allge-meinen die nämliche, welche wir schon an den homiletischen Büchernunsers Meisters kennen gelernt. Der Text der hl. Schrift wird vers-
1) Bd. X bei Jammy.
2) Rudolph und Prussia. Der Letztere sagt: Insigne volumen super Ducarucäiäit; Huock prokocto volumen, yuam lider ab» onani sacculari actione äco sollacklraereus oxstitit, guo spirituguo tervebat äeclarst lueiäe, ita ut plerigus oou-stanler äicere auäouut, quoä specialissiino äono sancti Lpiritus pro tune cuinäictaret et conscriberet Noc volumen, sit inspiratus: über eniin ille spirat coe-lestiuin elrarismatum singulärem suavitatis oäorem, prolixiorhue est über ipsealüs per ipsuin eclitis voluininibus in üiülia. Vita Xlderti p. 265-
3) Bei Oelele I, p. 207.
4) Weder die Stadtbibliothek in Negensburg, wo ich anfragen ließ, noch dieHofbibliothek in München, wo ich den Schmeller'schen Katalog einsah, aber gar keineHandschrift von Werken des Albertus aus dem XIII. Jahrhundert fand, besitzt mei-nes Wissens mehr jenes Autographon. Heideloff gibt die Stadtbibliothek zu Nlmals Fundort eines solchen Autographons des Albertus an; aber auch dort ist nichtsmehr zu finden. Die Kölner waren also in dieser Hinsicht glücklicher.