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Kapitel XXI.
besitzen scheinen, finden wir hier in Albertus die schönste, harmonischeVereinigung von Theorie und Praxis, von Gedanken und That, vonSpekulation und Leben, von Himmel und Erde. Wie er auf demBerge der Beschauung mit dem Ewigen gleich Moses zu verkehren be-rufen war, verstand er es doch auch ebensogut, unten in den Niederun-gen des Lebens das Volk Gottes zu regieren, zu führen, zu strafenund zu nähren mit süßer, stärkender Kost für Leib und Seele. Eswar ihm durch den emsigen Betrieb der Wissenschaften nicht der Ein-blick in die mannigfachen Verhältnisse des irdischen Lebens entzogenworden, sondern er hatte nur im höheren Aufschwünge einen Stand-punkt gewonnen, von dem aus er alle Dinge in ihrem Wesen undihren richtigen Verhältnissen zu einander und znm Ewigen zu beurthei-len vermochte.
Und so sehen wir also auch in dieser Hinsicht in Albertus dasIdeal eines Christen und christlichen Weisen in hoher Vollendung ver-wirklicht !
Kapitel xxi
Wie der selige Albertus auch als Dischos heilige Dücher versaßt.Ob er sich an Kirchenbauten in Negensburg betheiligt.
Obwohl Albert mit bewunderungswürdiger Emsigkeit und mit un-ermüdetcm Eifer, wie wir gesehen, den Pflichten seines Hirtcnamtesoblag, vergaß er dennoch auch in diesen Jahren den Gegenstand sei-ner ersten, heiligen Liebe nicht, nämlich das Studium der Weisheit,die Beschäftigung mit den Wissenschaften. In jenen glücklichen Stun-den, die er fern vom Geschäftsgewühle auf seinem herrlich gelegenenSchlößchen Stauf zubringen konnte, lebte er meist der Erforschung derheiligen Schrift und legte die Frucht dieser Studien auch in schrift-lichen Werken nieder'). Da oben in luftiger Höhe, wo die kleine,nmwaldcte Burg thronte in der stillen Einsamkeit, welche durch dieliebliche Nähe der sanft hinströmendcn Donau und durch das Geräuschder zahlreichen Städte und Dörfer, die vor Augen lagen, nicht gestörtwurde, fühlte er sich wieder so ganz in seinem eigentlichen Lcbcns-clcmente, in seiner heiligen Freiheit von der Welt, welche die Bedin-gung der Einkehr des göttlichen Geistes bildet.
1) Prussia, Rudolph und die Regensburger Annalisten.