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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Wie der sel. Albertus sein Bisthum verwaltet. 137

Gelegenheit zn verschaffen, dem verdienstlichen, erhebenden Zuge derBeter sich anzuschließen. Die Urkunde hierüber ist am 10. Mai 1260ausgestelltUnd so war dem großen Geiste nichts klein und gleich-gültig, was mit Gottes Verherrlichung und mit der Gläubigen Er-bauung znsammcnhing.

So haben wir also nach den vorhandenen Zeugnissen der Ge-schichte die praktische Wirksamkeit des Albertus als Bischof vou Ne-gensburg in allgemeinen Umrissen zu schildern versucht. Er ist eintrefflicher Haushalter nud glücklicher Finanzmann Z, wie wir gesehen.Im Hinblick auf die ökonomischen Erfolge seiner Regierung sagen dieBiographen voll Bewunderung: Albert hat wahr gemacht, was Cicerovon Thales schreibt und Pliuins von Demokrit: Ein Philosoph kann,wenn es nöthig ist, auch Gold machen! Außerdem ist er aber eineifriger Verkünder des Evangeliums; wir finden ihn bald als Bischofin seiner Kathedrale die heiligen Geheimnisse feiernd, bald wieder aufSynoden bei heilsamen Berathungen mit seinen Mitbischösen, bald wie-der auf Visttationsrciscn, die besonders die sittliche Reform der Klo-ster zur Absicht haben; dann ist er aber auch ohne Unterlaß bedachtaller Hilfsbedürftigen und Nothleidenden, und sucht ihrem Elende durchdie Thal abzuhelfen.

Wahrhaft, hier tritt uns eine seltene, ganz cigenthümliche Erschei-nung entgegen. Während die meisten der genialen Männer, die ihrLeben der süßen Beschäftigung mit den Wissenschaften geweiht, sohäufig nur im Reiche des Gedankens sich zu bewegen und zu herrschenwissen, für die gewöhnlichen, tagtäglichcn Anforderungen des Lebens,für die praktischen Funktionen eines Amtes aber keine Fähigkeit zu

1) Die Urkunde ist mitgetheiit in den monumoiit. 1>oie. XIII, p. 217. DerHerausgeber bemerkt in einer Note: Ratwbona ante tompora 8ie ckietae Uclorina-tionio oieut testo 6. Oeorgii lVIartz'riv, et leria tertia Rogationuin, ita quogueäie ^.nniver8ario ckeckwalionw, äe hua ckiploma ait, krillingam guotannm publieo8upplieantiuin ritu proeeckevat, eui vupplieationi annivcrsario äsäieationw agon-äac 8i non ^uetor, aptum Nisin asxixnanäo, ouin antca non 8einper in ciienrDoininieam ineickorot, 8eä in 12. iVlasi, ackjutor eorto per Oiploma i8tnck cxstititLsatu8 .-Vibertu8 Naxnus.

2) Wenn daher Nixner in der Geschichte der Philosophie Bd. II, S- 85 vonAlbert sagt,es habe ihm ganz und gar an Geschick für das gemeine Geschäftslebengemangelt, weßwegen er in seiner Jugend von seinen Mitschülern als ein Dümm-ling, und in seinem Alter von seinen Diöccsanen als ein einfacher Klosterbruderverachtet ward," so haben wir aus den Quellen nachgewiesen, daß von all dem dasGegentheil Wahrheit sei.