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Kapitel XX.
ohne Hilfe und Beisteuer der Gläubige» nicht mehr unterhalten kann,mahnen wir euch alle im Herrn, und legen euch auf zur Vergebungeurer Sünden, daß ihr die Gläubigen Christi, eure Untergebenen, ohneUnterlaß mahnet und anffordcrt, von den ihnen anvertranten Güternjenem Spital frommes Almosen und Liebesgaben zu spenden, damitsie dadurch und durch das andre Gute, was sie dem Herrn zur Ehreauf Eingebung der göttlichen Güte gethan, den ewigen Lohn em-pfangen." Und sofort verheißt er Allen, welche jenen Armen Almosenspenden, einen Ablaß von vierzig Tagen und Nachlaß der Fasten eines(llnriniiniQ nnnnlsiii) Jahres'). Ja er gestattet sogar, große Sün-der, welche ihr Gelübde gebrochen, die ihre Eltern mißhandelt, oderan einer schuldigen Wallfahrt gehindert wurden, zu absolviren, wennsie jenen Armen entsprechendes Almosen geben U- Die Urkunde istdatirt vom 30. Juli 1260.
Auf solche Weise sehen wir also den Bischof Albert auch in leben-digster Thcilnahme für die Armen und Nothleidenden; er war ja imGeiste des Mittelalters überzeugt, daß diese vor Allen zum nächstenGefolge Christi gehören , der ja auch die Armuth sich erwählt hatteals Gefährtin im Leben, daß darum Alles, was dem Armen um Christiwillen gespendet wird, von ihm so betrachtet wird, als wäre es ihmselbst gespendet. So hat Albert auch diese Liebe zu den Armen mitallen Heiligen gemein.
Endlich besitzen wir noch eine Urkunde, welche beweist, wie Albertseine Sorge auch ans scheinbar kleinliche, unbedeutende Dinge ausge-dehnt, um die Glut des kirchlichen Lebens in seinem Sprengel zu ent-flammen und zu mehren. Es war eine alte Gewohnheit der Regens-burger Kirche, dreimal des Jahres nach dem nahen, herrlichen Bene-diktincrstifte Prüfening einen Bittgang anzustellen, nämlich am Festedes hl. Georg, am Dienstag in der Bittwoche und am Tag der Ein-weihung der Kirche, am zwölften Mai. Da aber der letzte Bitt-gang meist ans einen Werktag fiel, wo viele Gläubige gehindert wa-ren mitznziehen, beschloß Albert, das Fest der Kirchweihe auf denersten Sonntag nach der Himmelfahrt Christi zu verlegen und so Allen
1) Wer in der Beichte selche Buße empfangen, konnte sich also jetzt durch Al-mosen an das Spital davon befreien.
2) Das waren hiemit Nescrvatfällc in jener Zeit.
3) Daher die Sorgfalt der Kirche für die Armen von Anfang an. Daher dieLiebe der Heiligen zn ihnen. Ans alten Bildern heißen die Armen geradezu die Fa-milie Christi, die arme Sippschaft Jesn. So in Straßburg.