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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Wie der sel. Albertus sein Bisthum verwaltet. 133

So nahm also Albert auch an Synoden Antheil und wirkte fürden Schutz des Kirchenvcrmögcns, wozu er durch seinen bischöflichenEid verpflichtet war. Doch nicht bloß für die Wiederherstellung desbischöflichen Haushaltes und den Schutz der Kirchen war Albert besorgt.Mit gleicher Emsigkeit und liebender Theilnahme war er stets bedacht,auch die Personen, die dem Dienste Gottes lebten, mit dem nöthigenUnterhalte zu versehen. Mehrere Urkunden geben Zeugniß von dieserSorgfalt und Mildthätigkeit Alberts.

Gleich am ersten Tage seiner Regierung war der Abt des Klo-sters Niedcraltaich erschienen, um dem neuen Bischöfe die Huldigungund Verehrung seines Conventes ansznsprcchen. Darauf erneuerteund mehrte Albert eine großartige Schenkung, die schon sein Vorgän-ger Albert I. dem Kloster gemacht wegen dessen Gastfreundschaft undob des hohen Wohlgeruches der Tugenden, der sich von dortaus überall-hin verbreite'). Nämlich er wiederholte die Bestimmung, daß vonallen Nenbrüchen (novuliu), die auf den Grundstücken des Klostersoder ans dessen zehentpflichtigen Gründen geschehen, das Kloster diezwei Theile des Zehent, die dem Bischof gehören, behalten, den drit-ten Theil aber dem Pfarrer des Ortes geben sollte; und weil die Zah-lung des Kleinzchents nur den Laien, nicht aber den Geistlichen zuverweigern ist, solle das Kloster überall dort auch den Kleinzchent er-halten, wo es den Großzehent beziehe^).

So hat Albert jenes segenreich wirkende Kloster mit eigenenOpfern in seinen Einnahmen gemehrt. Aber auch die ihm zunächstStehenden, die Mitglieder seines Domkapitels, sollten nicht leer ans-gehen. Er bemerkte mit Schmerz, wie die Pfründen seines Kapitelsdurch die Zcitverhältnisse und verschiedene Unfälle sehr gering geworden.Um diesem Mißstande in Etwas abzuhelfen, verlieh er die PfarreiCham, welche bisher bischöflicher Kollation gewesen, seinem Kapitel.Von den Einkünften derselben sollte jedes Mitglied des Kapitels, dasbei Hochamt, Mette und Vesper sich cinsindet, dafür jedesmal einePräsenzgabe empfangen und außerdem noch einen Antheil des Uebcr-

1) Die Urkunde in den Llonum. Loieis Xl, 229. Der Bischof sagt: flsuo-niam inuita Uaspitalitatis odseciuia, guae nodis et nostris anteeessoriluis avvslra ecclcsia sunt iinpensa, et praeeipue eonversatio lauäavilis, ergus oäorper ciei gratiam cle volus udiciue respersitur, lavorem vestri non imnrerltonos inolinat. Sie ist ansgestellt im Jahr 1256.

2) Urkunde ebenda N. L. XI, S. 230. Als Jahrszahl ist falsch 1270 ange-geben. Es heißt am Ende: llatisdone Uontitieatus nostri ciill primo.