Des sel. Albertus Wandel als Bischof von Regensburg. 123
des mächtigen Rcgensburg in jenen Zeiten einhcrzuziehen pflegten.Noch im vierzehnten Jahrhundert mußte den Bischöfen jener Stadtverboten werden, mit mehr als dreißig Pferden zum Reichstag zukommen!')
Von den Einkünften seines Bisthnms, die meist in Zehenten, Zin-sen und Erträgnissen der Güter bestanden, wollte er nichts für sich be-halten. Nur der Unterhalt des bischöflichen Hofes wurde davon bestrit-ten^), das Ucbrige wurde thcils zur Tilgung der Schulden seinerVorgänger verwendet ^), theils durch getreue Verwalter unter die Armenausgetheilt. So hielt er also auch jetzt noch die Vorschriften der evan-gelischen Armuth, obwohl er nicht eigentlich mehr dazu verpflichtetwar. Nur seine heiligen Gewänder, Gefäße und Bücher behielt er alsEigcnthnm.
Da ihm die Ehrenbezeugungen nicht gefielen, die ihm jedes Malbeim öffentlichen Erscheinen vom Volke zu Theil wurden, ließ Albertsich nie öffentlich sehen, wenn ihn nicht die äußerste Noth dazu zwang ^).An seiner Seite hatte er immer fromme Ordensmänncr, die durchMäßigkeit und Sittenreinhcit ausgezeichnet waren. Mit diesen bespracher sich so oft als möglich über heilige Dinge, über das Wesen unddie Wege der Gottseligkeit und über den Fortschritt in den Tugenden ^).Solche Gespräche waren süß seinem Munde. Wenn er aber gezwun-gen war, über weltliche Dinge mit solchen, die Anfragen hierüberstellten, sich auszusprechcn, so war solches Gespräch ohne allen Geschmackfür seinen Geist. Und wenn er dann durch den Andrang der zeitlichenGeschäfte mehr als gewöhnlich bestürmt wurde, da gedachte er seinesfrüheren glücklichen Lebens in Mitte der Brüder in der stillen Kloster-zelle und seufzte heimlich auf^).
Wie sehr Albert auch als Bischof seinem Orden zngethan blieb,zeigt, daß er die feierliche Begehung des Festes seines heiligen Ordcns-stifters Dominikus in seiner Diöcese einführte ?) und eigne Spendendazu stiftete für die Kanoniker.
1) Gumpelzheimer a. a. O.
2) Rudolph.
3) Rach den unten anznfnhrcndcn Zeugnissen der Regensburger Chronisten.
4) Rudolph.
5) Ebenderselbe.
6) Alles wörtlich nach Rudolph.
7) Prusfia und Rudolph. Später muß dieses Fest aber wieder außer Uebunggekommen seyn, da Hochwart bemerkt, zu seiner Zeit sei es nicht gefeiert worden-