122
Kapitel XIX.
einfacher Ausstattung war'). Denn bis in die spätere Zeit der Gothikblieben die Wohnhäuser mehr bei der Einfachheit der Väter, nur dieHäuser Gottes bildeten den Inbegriff alles Großen, Herrlichen undKostbaren. Doch war die Wohnung mit einer Mauer umgeben?), umihren Herrn zu bergen in diesen Zeiten des Faustrechtes und steterKriege vor den Uebcrfällcn der Feinde.
Es war also eine Burg. Hier schlug nun auch Albert seinen Sitzaus Ueber die Lebensweise, die er als Bischof führte, wissen uns diealten Schriftsteller Manches zu berichten. Vor Allem erzählen sie, daßer wohl das Gewand, aber nicht die Lebensweise eines vollkommenenOrdensmannes abgelegt habe. „Wie der ruhmreiche Bischof Martinasvon Tours," sagt Rudolph, „hat unser selige Mann auch in der neuenStellung die frühere Demuth und Reinheit nach Kräften bewahrt.Wie die Vorschrift des Ordens Armuth und Mäßigkeit verlangt, sowandelte er auch dieser entsprechend in der bischöflichen Würde. Erschämte sich nicht, auch jetzt noch die ländlichen Schuhe nach Art derOrdcnslcute zu tragen, und wurde darum der Bischof mit den großenStiefeln oder den Bundschuhen geheißen ')." Er aber ließ sich solcheBenennung gerne gefallen. Ganz der Zier des innern Menschen lebend,kümmerte er sich wenig um den Schmuck des äußeren^). Auch denPomp der geharnischten Pferde, wie sie damals bei den deutschen Bi-schöfen und in der reichen Stadt Rcgensburg üblich waren, verschmähteer gänzlich °). Ja er soll selbst als Bischof noch seine Diöccse zu Fußmit demüthigem Stabe durchwandert haben, während ein Lastthier seinebischöflichen Kleider und Bücher trug ^). Diese Art, wie Albertus seineVisitationsreiscn zu machen pflegte, muß uns um so mehr zur Bewunderunghinreißcn, wenn wir bedenken, daß Albert bereits das siebenundsechzigsteLebensjahr erreicht hatte, und wenn wir erwägen, wie andere Bischöfe
1) Der Bischofshvf stund von der Johanniskirche bis zum sogenannten altenDom hin, unferne strömte die Donau. Vgl. Gumpelzheimer, Geschichte von Negens-burg. I, 201.
2) Gumpelzheimer a. a. O.
3) Prussia (S. 264) und Rudolph. Auch der Regensburger Chronist, AndreasPresbyter, sagt: Luna populus IiAslum caleeum coxnominadat, so guoä lerrstligatos caleeos, sicut ost mos äelorre lratridus praeäioatoribiis. Ost. I, 36. Essind die oben zugebundenen Schuhe, die wir auf alten Bildern sehen.
4) Prusfla.
5) Rudolph.
6) Rudolph. Jener (Bischofs-) Stab von Holz ist möglicher Weise der, welchernoch jetzt in Cöln in seiner Tumba liegt.