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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XVIII.

Generals eine Kirchenwürde anznnehmen. Ja, es wurde ihm sogar dieExemption vom Gelübde der Armnth zuertheilt, sowohl vom Ordenals vom päpstlichen Stuhle'), da er als Bischos nnd weltlicher Fürstnothwendig Eigcnthnm besitzen mußte. Und so zog er denn nach lan-gem fruchtlosen Sträuben ff, mit vieler Angst und großem Leidwesenhin nach Rcgcnsburg, zur großen Heerde, die ihm nun anvertraut seynsollte.

Ermüdet von langer Reise kam er in Begleitung einer geziemen-den Anzahl von Brüdern an den Gränzen von Bayern an ff. Umallen Pomp nnd Lärm zu vermeiden, zog er in Rcgensbnrg erst nachSonnenuntergang in aller Stille ein nnd begab sich voll Demuthsogleich zur Kirche des hl. Blasius, wo die Prediger-Brüder wohnten.Dieses Hans war ihm ja ganz wohl bekannt, er hatte bereits vor zwanzigJahren hier als Lehrer glückliche Jahre verlebt. Noch stand dieselbekleine romanische Kirche, wovon noch jetzt im nördlichen Schiffe einigeBauthcile zu gewahren sind, in der er so oft das Wort des Heilesverkündet hatte, noch stand der Lehrsaal, wo er das Brod der Wissen-schaft den wahrhcitsdürstenden Schülern gebrochen. Hier also bater um eine Nachthcrberge. Und die Brüder, die ein Mitglied ihresOrdens zu so hoher Würde erhoben sahen, nahmen ihn mit wahremJubel auf ff. Als es dann Morgen geworden und die Zeit des Hoch-amtes gekommen, da zog er hin der ehrwürdige Oberhirte, umgebenvon einer Schaar von Brüdern, zu seiner Kathedrale, die jetzt demApostelfürstcn Petrus geweiht ist. Auch diese war noch nicht der ge-genwärtig stehende wunderbare Ban der Gothik ff, sondern die frühereKirche der romanischen Zeit, kleiner und dunkel, aber mit Altären,heiligen Schätzen und Kunstwerken reich geschmückt. Der Klerus unddas Volk, das die Ankunft seines Bischofs erfahren, hatte sich in derKirche zahlreich eingefunden. Albertus trat in Begleitung singender

1) Albertus sagt dieses selbst in seinem Testamente.

2) kost inkruotiosa taoäia, sagt Rudolph.

3) Prussia S. 262. Er sagt, Albert sei mit dem Segen des Papstes von Nomabgereist nnd nach Bayern gekommen. Ob Albert wirklich auf jenes Breve desPapstes nach Italien geeilt, können wir nicht entscheiden. Die Zeit (Winter) warjedenfalls zn solcher Hin- und Herreise ungünstig und zu kurz. Im Jahre 1259 warAlbert noch in Balenciennes, wie wir sahen.

4) krussiu: tratriduu miro eum kavore suseoptus est; p. 262.

5) Vgl. darüber die treffliche Geschichte des Regensburger Domes von Schue-graf. Wo jetzt das Langschiff sich befindet, stand früher die Jvhanniskirche, also warder Umfang der Kirche weit geringer.