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Der sel. Albertus wird Bischof von Regensburg.
Wachsthum bedacht sind. Vorzüglich liegt uns ob, den verwaistenKirchen, damit sie nicht zu lange unbesetzt bleiben, mit Sorgfalt Hirtenzu setzen, welche die geistlichen Verrichtungen vornehmen und ihrenzeitlichen Vorthcil mehren. Da nun die Kirche von Negensburg durchZession unsers ehrwürdigen Bruders, des früheren Bischofs und Hirtenjener Kirche dieses Trostes beraubt ist, so sind wir um den Zustandjener Kirche, wie es sich ziemt, mit väterlicher Liebe besorgt nnd habenbeschlossen, da Deine Person nns und nnsern Brüdern durch das Ver-dienst der Tüchtigkeit bekannt und genehm ist, Dich jener Kirche nachdem Rath unsrer Brüder vorzusetzen. Denn da Du am Quell desgöttlichen Gesetzes Dich mit dem heilsamen Wasser der Wissenschaftso eifrig tränkest, daß dessen Fülle in Deinem Herzen wohnt und Duein gutes Urtheil hast in Allem, was Gott betrifft, so hoffen wir sicher,daß jene Kirche, die im Geistigen nnd Zeitlichen vielfach zerrüttet seynsoll, durch Dich geheilt nnd der Schaden durch Deine eifrige Bemühunggehoben werde. Darum befehlen wir Dir, daß Du unfern oder viel-mehr Gottes Wünschen nachgcbest, die Wahl annehmest und an jeneKirche Dich begebest, um nach der von Gott Dir verliehenen Klugheitdie Leitung derselben mit Nutzen zu besorgen. Und wir hegen denWunsch, daß Du in der Reformation jener Kirche immer mit GottesGnade fortschreiten könnest. Gegeben zu Anagni an den Nonen desJänners im sechsten Jahre unsers Pontificats I." Er ist also datirtvom 9. Jänner 1260.
Ein ganz ähnliches Schreiben des Papstes erging an den Dekanund das Kapitel zu Negensburg, um den Erwählten ihnen zu em-pfehlen U- Damit war die Sache entschieden. Gottes Willen hatte sichkundgethan. Längere Weigerung war nicht mehr möglich. Albertkannte ja die Worte der Schrift: Nicht gehorchen ist gleich den Götzenopfern, und sich nicht fügen, ist die Sünde des Widerstrcbens! Undso mußte er denn sich endlich entschließen, sich salben zu lassen mit demOele der Freude, zu besteigen die Höhe der bischöflichen Würdet nndauf sich zu nehmen die schwere Bürde des Apostolats.
Auch die Ordensobern müssen jetzt ihre Einwilligung gegeben haben,da cs keinem Mitgliede erlaubt war, ohne Zustimmung des Ordens-
1) Vgl. 8eript. Orä. kraeä. von LebarL und Huölil tom. I, p. 168. I'Ienr;',Ni8t. eecltni. XVII, p. 606. Beide haben die Urkunde von Bzovins, der aus demvatikanischen Archiv sie initgetheilt hat in seinen Annalen des Ordens, nachdem sieauch Prussia gegeben.
2) Echard und Quetif I, 168.
3) Rudolph.