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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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117
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Der sel. Albertus wird Bischof von Regensburg. 117

die man ihm zugedacht, abgewiescn'), wie sollte er jetzt noch solcheBürde auf sich nehmen können? Dazu kam, daß sein OrdcnsgeneralHnmbert, als er in Frankreich die Nachricht von Alberts Bestimmungznm Bischöfe erfahren, einen flammenden Briefs) an ihn erließ, woriner, besorgt nm diese höchste Zier des Ordens, ihn beschwört, diebischöfliche Würde nickt anzunchmen. Da dieser Brief ein Zengnißder hohen Verehrung ist, in welcher Albert damals im ganzen Ordenstand, soll er hier eine Stelle finden. Er lautet:

Unserm thenersten Sohn in Christo, Albertus, dem Lektor zuKöln, wünsche ich, Bruder Hnmbert, unnützer Knecht im Predigcrorden,das ewige Heil im Himmel und ans Erden Glanz durch viele Ver-dienste und gutes Beispiel! Ein Gerücht ist durch Briefe aus Romzu uns gedrungen, das mich auf's Innerste erschüttert hätte, wenn ichnicht zu festes Vertrauen auf dick setzte. Ick höre, daß du zu einemBisthum vom römischen Hofe bestimmt bist. Könnte man dem Gerüchteauch Glauben schenken in Betreff des römischen Hofes, so wird dochNiemand, der Dich kennt, glauben, daß Du zur Zustimmung zu be-wegen seiest. Wer könnte glauben, daß Du jetzt am Ende DeinesLebens'') noch diese Mackcl Deinem Ruhme und dem des Ordens zu-fügcn wolltest, den Du so sehr gemehrt hast? Ich bitte Dich, meinliebster und thencrster Bruder, wer, ich sage nicht von den Unsrigen,sondern von allen armen Orden wird in Zukunft der Versuchung, zuhohen Würden zu gelangen, widerstehen, wenn Du ihr unterliegst?Wird Dein Beispiel nicht vielmehr als Entschuldigung dienen? LaßDich nicht rühren, ich beschwöre Dich, durch die Rathschlägc und Bit-ten unsrer Herren am römischen Hofe; dort nimmt man diese Dingenicht so ernst. Laß Dich nicht entmnthigcn durch einige Unannehmlich-keiten des Ordens, der alle Brüder liebt und ehrt und sich besondersDeiner im Herrn rühmt. Wenn auch die Beschwerden des Ordensgrößer wären, als sie je gewesen, müßte sie doch ein Mann von Dei-ner Art mit den Schultern eines Giganten freudig ertragen. LaßDich nicht beirren durch den Befehl des Papstes, der in diesen Din-gen mehr bloß in Worten besteht, als in Gedanken. Man sah nie,daß die gezwungen worden, die ernstlich widerstehen wollten. Dieserheilige und vorübergehende Ungehorsam vermehrt eher Deinen Ruf, alsdaß er ihm schadet. Betrachte das Loos derer, die sich zu solchen

1) lusioire eeclo8issticiue. lom. XVII, p. 606.

2) Bei Prussia mitgetheilt S- 253.

3) In uliimo vitae.