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Kapitel XVIII.
den Papst, stellten Klage ob ihres bisherigen Hirten und baten umeinen andern würdigen Bischofff.
Alexander IV. untersuchte die Sache, erkannte des Bischofs Schuldund entsetzte ihn seines Amtes, auf daß er in einem Kloster Bußewirke. Auf dieses Urtheil hin zog sich der Angeklagte auch wirklichin das Kloster Sittcnbcrg zurück. So war der Stuhl von Regens-burg erledigt worden und cs mußte ein Mann gesucht werden, derdie blutenden Wunden zu heilen und die Kirche von Regensburg ausder traurigen Verödung und Entstellung wieder zur alten Blüthe znrück-zuführcn verstand. Da konnte cs nicht fehlen, daß der Papste seinAuge auf den Mann warf, der damals unter allen Sterblichen fürden berühmtesten, was Leben und Wissenschaft betrifft, mit Recht ge-halten wurde, nämlich auf den Meister Albertus. Er war zwar bereitsim Alter schon weit vorgeschritten, wir dürfen wohl annchmcn, daß erschon das sechsundsechzigste Lebensjahr erreicht hatte ff. Aber dennochgalt noch von ihm, was von Saul gelesen wird, daß er von derSchulter und darüber hervorragte vor Allen seines Volkes. Denn deredle Mann schien noch Riesenkraft in seinen Schultern zu Habens undso noch vollkommen befähigt, die Last des Hirtcnamtes zu tragen.
Eben war Albertus auf dem Concil zu Straßburg zum Dcfinitor desOrdens erwählt worden ff, als der Wille des obersten Schlüsselträgersder Kirche ihm mitgetheilt ward, den bischöflichen Stuhl von Regens-bnrg zu besteigen. Aber lange weigerte sich Albertus ff, mit vielen Bit-ten seine Unfähigkeit vorhaltend. Er hatte ja schon früher hohe Würden,
1) So Rudolph.
2) Das Kapitel hatte in diesem Falle nicht das Recht der Wahl. Die Kanoni-ker sagen selbst in der Urkunde über Chammiinsiers Einverleibung (wovon unten):Bruder Albert, den uns der Papst als Bischof gesetzt. Und bei Hochwart (Oel. I,p. 207) heißt cs: Die Xlberto l. äffeeto sullcctns est per leg atum nposto-liene sortis anno llomin! 1260 snd Xlexanciro IV. Oampano Ilowano kontiüee.
3) Rudolph sagt hier bloß, er habe bereits das 60- Jahr vollendet gehabt.Humbert schreibt aber dem Albertus selbst, er stehe schon an der Neige des Lebensund solle darum das Bischofsamt nicht mehr übernehmen. Auch St. Anselm wurdeerst mit 60 Jahren Bischof.
4) Rudolph.
5) Nach Jammy. Unbestimmt ist, wo sich Albert damals aufhielt. Rudolphund Prussia nennen Nom, wohin er vom Papste neuerdings gerufen worden. Andresagen, er sei in Cöln gewesen; Andre, er sei auf dem Kapitel in Straßburg von demRufe des Papstes erreicht worden. Vgl. Vle <les sairiis. VIII. low- p. 25.
6) Das bezeugen die Zeitgenossen Tholomäus von Lucra und BernarL Gui-donis. Vgl. Echard und Quetif I, 168.