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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sei. Albertus wieder als Provinzial in Deutschland re. 113

betrachtet haben. Aus dem reichen Inhalte aber führe ich hier nurEiniges an, was zur heiligen Sage und Symbolik des Mittelaltersgehört. Die Embleme der Evangelisten erklärt Albertus so, daß ersagt:Matthäus habe den Menschen als Symbol, weil er die Mensch-heit Jesu in seiner Geburt besonders geschildert, Markus habe denLöwen, weil er Christum als Löwen in der Auferstehung gezeigt, Lucasdas Rind, weil er den Heiland im Leiden besonders uns malt, Johannesden Adler, weil er die Himmelfahrt berichtet." Ferner sagt er:Die Apo-stel des Herrn wurden vorgebildet durch die zwölf Söhne Jacobs, durchdie zwölf Quellen, durch die zwölf Steine am Kleide des Hohenpriesters,durch die zwölf Steine am Jordan, durch die zwölf Sterne der Apo-calypse. Jesus soll 7 Jahre in Aegypten geweilt und das Alter von32^ Jahren erreicht haben. Die Pflanzen, welche unter dem Saumedes Kleides Jesu wuchsen, hatten dieselbe Heilkraft, wie dieser Saumselbst. Jacobus fastete, bis er den Herrn nach der Auferstehung sah.Anna hatte von drei Männern drei Töchter, die alle Maria hießen."So viel von diesem Werke!

Dagegen besitzen wir eine Schilderung der Erscheinung und Wirksam-keit Alberts in jenen Jahren, die hier eine Stelle finden möge. Sieist entnommen dem Berichte eines Zeitgenossen und Freundes desAlbertus, nämlich des Ordensgencrales Humbert von Nomone'), undlautet also:Der ruhmreiche Mann, Bruder Albert, brachte wie derBaum des Lebens in Mitte des Paradieses Früchte der Ehre und derGnade ohne Unterlaß. Der äußern Erscheinung nach war er von an-genehmer Gestalt und stark an Kraft. Er hatte einen Leib nach denschönsten Verhältnissen gebildet^), ganz geeignet zu allen Anstrengun-gen im Dienste Gottes. Seit der Zeit, wo er in den Orden einge-treten war, ging er eifrig den Weg der Gerechtigkeit in Beobachtungder Regel und in Abtödtung des Fleisches, und so suchte er über denverfolgenden Feind durch langes Martyrium zu triumphiren. Die Nachtin Gebet und Betrachtung oft durchwachend, brachte er das Opferseiner selbst am Altäre des Herzens im Gebete. Bei Tag aber feierteer auf dem sichtbaren Altäre die göttlichen Geheimnisse mit reinstemHerzen und brennender Liebe. Immer war er beschäftigt, sei es mitLesen, Schreiben, Diktiren, Predigen oder mit Beichthören ^). Niemals

1) Rudolph theilt diesen Bericht mit, indem er sagt, er habe ihn nur in andreWorte gekleidet.

2) Aßo schön an Leib und Seele war er!

3) Prussia führ! aus dem Berichte eines Zeitgenossen an, daß Albert noch

Sighart, Albert d. Große. L