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Kapitel XVII.
Flandern auf einem General-Kapitel des Ordens! Auf den Befehldes Ordensgenerals und der Definitorcn hatte er dort mit seinem Schü-ler Thomas von Aqnin, mit Bvnushvmo, mit Florentius und Petrusvon TarentastaZ ein Statut ansgearbcitet, wie die allgemeinen Studienim Orden zu betreiben seien ^). Den Inhalt dieses Studicnplanes findenwir nirgends verzeichnet, doch wird er als sehr geeignet und vortheil-haft für jene Zeit geschildert ^). Zugleich wurde Albertus hier auf seinedringenden Bitten von der Last des Provinzialats befreit. Denn wirlesen in den Statuten jenes Cvncils auch die Worte: „Wir enthebendie Provinziale von Deutschland, von Palästina und von der Provenceihres Amtes Z." Also war Albertus jetzt der drückenden Bürde entledigtund konnte hoffen, wieder ganz der geliebten Wissenschaft leben zukönnen!
Das sind die wenigen Züge, die uns über Alberts äußere Wirk-samkeit in jenen Jahren berichtet werden. Auch von Schriften, derener gewiß damals geschaffen, haben wir keine sichere Andeutung. Dochist große Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß Albert damals den Kom-mentars zum Evangelium des Matthäus geschrieben, der in dereigenen Handschrift des Albertus sich noch erhalten hat und in Köln auf-bewahrt wird o). Man sieht an dieser Handschrift, mit welchem Fleißeund welcher Sorgfalt er seine Werke auf das Pergament niedcrschrieb,nirgends ist eine Spur von leichtfertiger Flüchtigkeit, von Unachtsam-keit, Alles ist in gerader Linie, sicher, sauber und kräftig geschrieben.Gewiß auch ein Zeugniß für das geordnete Seelenleben des Meisters!
Wenn wir dieses exegetische Werk des Albertus in diese Jahreverlegen, so haben wir den Grund, daß er auf diese Schrift im Kom-mentar zu Lucas, den er als Bischof von Regensburg verfaßte, öfterverweist Z. Was den Charakter dieses Werkes betrifft, so ist erderselbe, den wir schon an andern exegetischen Schriften des Albertus
1) lieber diese Männer vgl. Echard und Quetif Script, vom. I, 140.
2) In den Akten heißt es: ve manäato mag-istri et äiltirutorum aä promo-tioirem stnäii orämatum est per Iratres Lonumlrominem, vlorentinm, Xtbertumll'eutonieum, Mromnm äs Xquino, vetrum äe varentasia, ma§istro8 Oreoloxiaeknrisiis, qui intertuerunt äicto enpitulo, ipuoä leetores etc. velrarä I, 140.
3) Bei Echard a. a. O.
4) Echard und Quetif I, 168.
5) Jammv Bd. VIII.
6) Wir werden ihn später ausführlich beschreiben.
7) Z. B. Cvmmentar zu Lucas eap. XI, p. 47.