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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XVI.

der Theologie i). Dort kämpft er nämlich mit großem Scharfsinnegegen den Panthcism des Avcrrves, der behauptete, in allen Körpernsei nur eine intellektuelle Seele, und sagt:Dieser Jrrthnm des Aver-rocs hat drei Theile, ist sehr gefährlich und hat viele Vcrtheidigcr;und weil die Vcrtheidigcr dieser Häresie sagen, die Philosophie ver-lange diese Annahme, obgleich sie dem Glauben widerstreitet, so muß mansie mit Philosophie widerlegen." Nachdem er nun jenen Jrrthnm mittriftigen Gründen niedergckämpft hat, sagt er:Das Alles habe icheinmal am päpstlichen Hofe gelesen, als ich auf Befehl meines Herrndes Papstes Alexander mich dort aushielt, und damals ist auch dasBuch entstanden, das Viele haben und das den Titel führt: Gegendie Anhänger des Averroes"^). Also ist damals diese Hä-resie vor dein römischen Stuhle zur Verhandlung gekommen undAlbertus hat auch hier die Sache der christlichen Wissenschaft siegreichgeführt!

Gerade durch diese bewunderten Vorträge hat Albertus nachdem Berichte der Geschichtschreiber alle Geister für sich und die neuenOrden gewonnen, während diese früher durch die Ränke und Verleum-dungen des Wilhelm von St. Amonr Gegenstand des Mißtrauens undHasses geworden waren. Von da an nahm die Sache der Brüdereinen glücklichen Verlauf, der Papst und die Kardinäle waren denPredigcrbrüdcrn von nun mit doppelter Lhebe und mit aufrichtigerHuld zngethan und schützten sie vor ihren Feinden Gewiß ein herr-liches Zeugniß von dem großartigen Eindruck der Persönlichkeit, derWissenschaft und Beredsamkeit des Albertus!

So wurde Albert, sagt Rudolph, das Werkzeug, dessen sich Gottoder vielmehr die glorreiche Jungfrau Maria, zu der ja die Brüderimmer die innigste Andacht trugen, damals bediente, um die Ordenans ihrer Bcdrängniß zu erretten und die Feinde in die Flucht zuschlagen. Auch dieses hochwichtige Ereigniß, der sich erhebende Sturmgegen die Mönche und dessen glückliche Ucbcrwindung durch die beson-dere Thätigkeit des Albertus war schon zwei Jahre früher von einemfrommen Pilger in Rom geschaut worden. Da ein Zeitgenosse selbst,nämlich Thomas von Cantimprö, diese Vision mittheilt und da sie auch

1) Im Traktat: Oe anima.

2) Bei Jammy Bd. XX.

3) Rudolph.