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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XVI.

Erfülltes, als auf erst zu Erfüllendes sah niemals ein reiner Menschreiner so viele Geheimnisse!" U

Unter den übrigen Eigenschaften des Adlers führt Albertus nochan, daß er hoch fliegt, daß er, obwohl ein Raubvogel, doch wie derLöwe gerne von seiner Beute mittheilt, daß er allein sitzt und fliegt,nicht in Schaaren, wie die andern Vögel, daß er in Felsenriffen undunzugänglichen Orten nistet, daß er häufig zwischen die Eier einenAmethist legt, um die Schlangen vom Neste abznhalten^). Allediese Eigenthümlichkeiten weist er dann auch am Evangelisten Johannesnach.

Um auch ein Beispiel der Schrifterklärung zu geben, die hierAlbertus anwendet, theilen wir eine kurze Stelle aus dem Kom-mentar selbst mit. Bei der Erklärung der dreimaligen Frage des Herrnan Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich^)? sagtAlbertus:

Das ist die Prüfung dessen, dem das Hirtenamt übertragen wer-den soll. Er wird nicht geprüft in Bezug auf Wissenschaft, denn dieWissenschaft sollte er ja durch den heiligen Geist empfangen; sondernin Bezug ans Liebe, denn sie ist der Maßstab des Lebens, der Ver-dienste und des Lohnes, und die Ursache der Treue gegen die Heerde.Dreimal wird aber gefragt, weil bei der Liebe des Nächsten drei Dingeverlangt werden, deren eines ist die Glut der Liebe, so daß glühendund ans Eifer geliebt wird. Daher heißt cs: Ihre Leuchten sindbrennend und flammend (Hohel. 8). Das zweite ist die Unterscheidungin der Liebe, so daß Einer mit der Einsicht liebt, wer zu lieben seiund wozu und wie. Darauf deutet der Name der Liebe hin (äilsotiovon cli8 und löZsrs, anscinanderlesen). Darum heißt cs Ekkles. 24:Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Furcht, der Erkenntniß undder heiligen Hoffnung. Das dritte ist die Ordnung der Liebe, daßman wisse, in welcher Ordnung Jeder in der Heerde zu lieben sei.Hohel. 2: Er ordnete in mir die Liebe. Und 1. Korinth. 14: Allesgeschehe nach der Ordnung bei euch. So sind auch in der Liebe

1) st'am implenäa, quam implelaNunquam viäit tot seorota

?UI'U8 Vomo PUNU5.

2) So habe Johannes znlctzi in das Nest der Kirche sein Evangelium gelegt,damit die alte Schlange nicht das Gift der Häresie in die Lehre der übrigen Evan-gelisten spritzen könne.

3) Kapitel 21.