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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XVI.

Universität beschwören, die Lehrer aus den neuen Orden in ihre Cor-poration anfzunehmen, ohne Bewilligung des Papstes ihre Schulenninnncr aufzulösen oder überzusiedcln, und überall zu lehren, daß umChristi willen übernommene Armnth zur Vollkommenheit gereiche unddaß den Religiösen, besonders wenn sie sich dem Studium und derPredigt weihen, erlaubt sei, vom Almosen zu leben. Dieser Befehlerging am 23. Oktober des Jahres 1256.

Das andere halbwahnsinnige Werk vom ewigen Evangelium, ausdem mau gegen die Predigermönche Waffen schmieden wollte, das abernicht von ihnen stammte, wurde von diesen selbst als verabscheuungs-würdig und ketzerisch verdammt und darum auch vom päpstlichen Stuhlverworfen.

So waren also aus diesen heftigen Kämpfen, deren unlautereQuelle größtenteils Hoffahrt, Neid und Eifersucht von Seiten derUniversitätsmitglieder I gewesen, die Mendikantcnordcn triumphircndhervorgegangen. Rudolph erklärt die ganze Erscheinung in seiner nai-ven Weise also:

Da zu jener Zeit das Lager der Prediger und mindern Brüderdurch die Führer der himmlischen Krieger, Dominikus und Franziskus,gegen das Babylon der Welt aufgeschlageu war und schon über denganzen Erdkreis durch Gottes Hand sich ansznbrcitcn begann, dafürchtete der alte Feind unsers Heiles, er möchte seine Gewalt überdie Sünder und viele Beute verlieren durch jene Streiter. Daher be-wog er einige, die Weise dieser Welt zu scyn schienen, daß sie mitden Waffen der Verleumdung und Bosheit jene Lager Christi anfal-len, verwüsten und die Säulen der Kirche Umstürzen sollten. Aberder Oberpriestcr Jesus Christus, der diese Orden in seiner Kirche, dieer mit seinem Blute geweiht, hcrvorgerufen hat, damit das Böse aus-gerottet werde, sah auf seine dcmüthigen Diener und strafte die Ruhe-störer. Ihr Bogen ward zerbrochen, ihr Pfeil fiel auf sie selbst zurückund das Volk Gottes war befreit!"

Viele von den heftigsten Gegnern des Ordens sahen übrigensselbst in späteren Tagen ihr Unrecht ein und überhäuften die Brüdermit Wohlthaten zur Sühne. Es ist dieses überhaupt ein charakteristi-sches Merkmal des Mittelalters; gewaltig flackert oft die Glut derLeidenschaft auf, zu großen Verbrechen reißt augenblickliche Verblen-dung und Irrung hin, aber selten ist das Beharren im Unrecht undin der Schuld bis an das Ende. Die Menschen jener Tage sind oft

1) So schildern den Streit die Dominikaner-Zeitgenoffen.