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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Wie viel Wahrheit in jenen Sagen liege rc.

diese finstere Kunst und alle ihre Gestaltungen zieht ja Albertus anverschiedenen Stellen seiner Werke mit gezücktem Schwerte zu Feld').Daß er aber in den physikalischen und mechanischen Kenntnissen außer-ordentliche Erfahrung besessen, können wir nicht mehr läugnen, wennwir seine Schriften mit Aufmerksamkeit durchforschen. So läßt es sichschwerlich bezweifeln, Albert habe wirklich Automaten gefertiget, nämlichFiguren in Menschengestalt, die einige Worte hervorzubringcn undeinige Schritte zu gehen vermochten Z. Denn er redet öfter von solchenso umständlich, daß wir die eigene Anschauung annehmen müssen. Sosagt er in dem Werke über die Seeles:Man sagt, Dädalus habeein Minervenbild gemacht von Holz, das beweglich in allen Gliedernwar und durch die Bewegung der Zunge zu singen und das zu Hüpfen(trixuäiuro) schien. Diese Bewegung erklärt sich also: Im hohlen

Bilde waren die Organe (mittelbar?) in Quecksilber eingefügt und nachder Bewegung desselben schienen sie sich zu bewegen, wie wir es nochhaben bei den Zellen und Bildern fFigurenj ^), Die Füße standenauf Rädern, in denen sich hohle Bogen befanden und die getrenntwaren durch kleine Zellen. Wenn nun das Quecksilber im vordernBogen durch die Zellen Hinabstieg, dann erhob sich der hintenliegendeBogen, das Ganze wendete sich um und das Bild ging von Ort zuOrt, denn es mußte sich dahin bewegen, wohin das Quecksilber lief"An einem andern Orte °) bespricht er die Art, wie man durchDampf die Entstehung eines Erdbebens anschaulich machen kann. Ersagt:Man hat ein starkes Gefäß von Erz, welches eine Oeffnungim Kopf und eine im Bauche hat und auf Füßen steht. Nun wird es

1) Die Stellen Lei Prnssia und Quetis I, 167. Albert sagt, er habe solcheBücher gelesen, aber sich nicht aufgehaltcn dabei, sein Geist habe daran keine Lustgesunden.

2) Wenn Prnssia dagegen anführt, Albert beweise ja immer, daß der Menschallein eine Sprache habe, so beweist das nichts dagegen. Denn das mechanischeStammeln der Worte durch einen Automaten oder einen Vogel ist noch nicht mensch-liche Sprache. Prnssia x. 153.

3) Bd. II, p. 23 bei Jammy.

4) Ein gewöhnliches physikalisches Experiment, das also schon zu Alberts Zeit be-kannt war. Man heißt das letztere jetzt die chinesischen Purzelmännchen. Es sind geglie-derte Männchen, die an einer hohlen Röhre befestigt sind, in der ein Tropfen Queck-silber sich befindet. Durch die Bewegung dieses Tropfens werden auch die Männchenin purzelnde Bewegung gebracht, die sich auf einer schiefen Ebene fortsetzt, bis dieseEbene endet.

5) Meteor. lib. III, p. 100.

Sighart, Albert d. Große.

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