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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
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vom 30. April des Jahres 1248 nur unbedeutender Schaden am Domeherbeigeführt worden. Man hatte darum ursprünglich nur die Absicht,einen neuen prachtvollen Chor zu bauen und an die alten Schiffe an-zufügcu. Der Entschluß zum Neubau des Langhauses und darum derEntwurf des eigentlichen Domplanes fällt erst in den Zeitraum desvierzehnten Jahrhunderts, also in die Zeit, wo Albertus schon langenicht mehr unter den Lebenden weilte. Was dann den Chvrbau be-trifft, so ist dieser nuläugbar eine Nachahmung des Chores der Kathe-drale von Amiens I, verdankt mithin wohl seinen Entwurf einem Mei-ster, der lauge in Frankreich geweilt, die dortige Entwicklung der Bau-weise studirt und nun ohne Anspruch auf geniale Originalität seine Er-innerung mit tiefem Bcrständniß wiedergegeben hat. Es könnte alsoAlbert immer nur als Schöpfer des Chorplanes betrachtet werden. Aberwie wäre cs denkbar, daß er während seines dreijährigen Aufenthaltsin Paris, wo er als Ordensmann und öffentlicher Lehrer der Sen-tenzen au den Ort gebunden war, solche Reisen in ferne Städte ge-macht, da länger verweilt und dem Studium der Architektur sich hin-gegeben habe! Unmöglich scheint uns eine solche Annahme. Und darumstimmen wir den Forschern bei, welche annehmen, der Meister, derlängere Zeit Reisen in Frankreich U gemacht, die dortigen Bauten stu-dirt, in einer Bauhütte dortselbst gearbeitet und den Chorplan zu Kölnentworfen, sei wohl der Steinmetz Gerhard aus dem Dorfe Riel (dahervon Rile), der bereits i. I. 1257 vom bauenden Domkapitel rühmenderwähnt und wegen seiner Verdienste belohnt wird ^).

Damit ist aber nicht jede Betheiligung Werts am Dombau ab-gewiesen. Es ist immerhin möglich und wahrscheinlich, daß Albert,dessen Autorität bei allen Partheien in Köln so großes Gewicht hatte,bei den Berathungen in Bezug auf den Neubau beigezogen wurde Z.

1) Schnaase stellt beide Dompläne gegenüber und bringt so die wesentliche Aehn-lichkeit zur Anschauung. Kunstgesch. V. S. 528. Der große Fortschritt des KölnerDomes gegenüber den französischen Kirchen beruht tm fünfschiffigcn Langhaus undim Kreuzschiffe, nicht im Chore, der nur im Detail trefflicher erscheint.

2) Die Gothik heißt ja im ersten deutschen Bericht: Opus Irsuei§enuiu. Daßdie Architekten damals viel reisten, sehen wir an Bilars de Honecourt, dessen be-rühmtes Tagebuch erhalten ist. Schnaase S- 152.

3) Vgl. über die Streitfrage auch die Denkmäler der Kunst von Guhl undKaspar II, 86.

4) Es konnten diese übrigens wohl erst nach der eiligen Grundsteinlegung statt-finden, die wegen der Anwesenheit des Königs anticipirt wurde. Vom damaligenChorbau fand man noch die Nundsäulen bei der neuen Restauration.