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Kapitel X.
stier beendigt war, begab sich der König, begleitet von einem statt-lichen Zng prachtvoll geschmückter Ritter und Hofbcamten, in das be-scheidene Dominikanerkloster. Am Eingänge wurde Wilhelm mit allen,seiner hohen Stellung zukommenden Ehrenbezeugungen empfangen unddann in die Zelle des berühmten Philosophen und Theologen geführt.Groß war sein Staunen, als er die wundersamen Apparate sah, derenGebrauch ihm Albertus mit beredtem Munde erklärte. Höher nochstieg dieses Staunen, als ihn der Mönch mit zuversichtlichem Ernstebat, in dem freundlichen Garten des Klosters eine frugale Rekrcationzu sich nehmen zu wollen. Bei der grimmigen Kälte, in der die ganzeNatur in Eis und Schnee erstarrt war, konnten die Wenigsten ansdes Königs Begleitung an den Ernst solchen Anerbietens glauben; csschien ihnen, als wollte der Mönch sie zum Besten halten. Doch derKönig wollte sehen, welche Ueberraschung ihm Albcrts Kunst bereitenwürde. Albertus ging voraus, und der König mit seinen Genossenfolgte ihm in den Klostergarten, wo man sich keines angenehmen Ver-bleibens getrösten zu können hoffen durfte. Doch wie groß war dasStaunen, als man eben die Schwelle überschritten hatte! Angenehme,erquickende Frühlingsluft und lieblicher Blumcngernch strömte ihnenentgegen. Das üppigste Pflanzenlcben umgab sie. Alles blühte inmailicher Pracht und Tausende von seltenen Pflanzen und fremdenBlumen entfalteten hier ihre Kelche in den reizendsten Farben undhauchten die süßesten Düfte ans. Die Bäume prangten im reichstenBlüthenschmnck, und in wenigen Augenblicken boten sie die einladendstenreisen Früchte. Zahllose, buntgefiederte Vöglein girrten, zwitschertenund sangen in wundcrlieblichem Einklang durcheinander, wiegten sichauf den duftenden Blnmcnkronen, hüpften in den Zweigen und Strän-chern, und verliehen dem Ganzen das freundlichste Leben. Im pracht-vollsten Farbenspiel schwebten bunte Schmetterlinge über den süßduf-tenden Blüthen und trieben im kreisenden Flug ihr neckisches Spiel.Springbrunnen warfen ihre Strahlen hoch in die Luft, und die Sonnebrach sich in ihnen im herrlichsten Farbenspiel. Alles athmete frisches,fröhliches Leben, und die ganze Natur schien Alles aufgeboten zu ha-ben, um alle ihre Reize in wenigen Augenblicken zu entfalten. Albertließ der entzückten Gesellschaft nicht lange Zeit, sich von der Ucber-raschung zu erholen, er hieß sie an der bereiteten Tafel sich niedersctzen,um sich mit dem Wenigen zu begnügen, was der Klostergarten zubieten vermöge. Aber wie groß war das Erstaunen, als man hierein Festmahl fand, dessen selbst ein König sich nicht zu schämen brauchte.Zierlich gekleidete Diener, flinke, frische, hübsche Knaben umstanden