die Theile jenes Traumes alle im Texte jenes Kapitels der kirchlichenHierarchie selbst Vorkommen, so das Gehen zum Hohenpriester, diegroßen Hindernisse, die cntgegentreten n. s. s. Wenn übrigens Albertusdiesen Traum sür göttliche Gnadengabe hält, so ist gewiß dagegennichts einzuwenden, indem ja alle gute Gabe von Oben stammt, vomVater der Lichter, und auch jede natürliche Erscheinung im weiternSinne als Fügung und Sendung Gottes, des Schöpsers der Natur,anerkannt werden muß.
Ein zweites hochbedentsames Werk, das Albert bereits auch injenen Jahren geschaffen haben muß, ist sein Kommentar zu denSentenzen des Petrus Lombard ns. Bekanntlich hatte dieserPetrus ans Novarra, Professor der Theologie und dann Bischof zuParis (ch 1164), mit seinem Werke der Sentenzen einem großen Zeit-bedürfnisse abgcholfen. Er hatte ein Buch geliefert, in dem die ganzeGlaubens - und Sittenlehre der Kirche kurz zusammengefaßt, mit Stellender Schrift und der Väter begründet ist und in dem die möglichenWidersprüche heransgestellt und gehoben werden. Das Buch gewannsolchen Beifall, daß es bald allgemein als Bvrlesebuch benützt wurde.Die größten Theologen legten es ihren Vorträgen zu Grunde, gabenund schrieben dazu Erweiterungen und Erklärungen. So auch Albertus,als er in Paris mehrere Jahre diese Sentenzen zu docircn hatte. Da-mals ist wohl sein großer Commentar zu diesen Sentenzen entstanden,welcher wieder drei Folianten umfaßt '), und alle ähnlichen Werkean Umfang und Scharfsinn übertrifft. Von Interesse ist, wie er indieses sonst ziemlich übelgeordnete Werk Einheit und Zusammenhangzu bringen weiß. Er legt dem Ganzen den Text zu Grunde: Ichging aus dem Munde des Allerhöchsten vor aller Crcatnr. Ich machteam Himmel, daß ein beständiges Licht aufging, und wie Nebel webteich alles Fleisch (Ekkle. 24). Damit werden nach Albertus die Objektedes Werkes angedcutet. „Aus dem Munde des Allerhöchsten gingich," das gibt das erste Buch von Gott dem Dreieinigen. Die Stelle:„vor aller Creatur" deutet ans die Geschöpfe, wovon im zweitenBuche geredet wird. Die Worte: „Ich ließ am Himmel ein Licht auf-gehen," bezeichnet den Inhalt des dritten Buches von der Gerechtig-keit Christi, der Gnade, Tugend und den Geboten. Die Stelle: „wieNebel webte ich Alles," deutet auf das Dunkle, auf die Sakramente,wovon das vierte Buch handelt. Gewiß eine anmuthige Verbindungjener Theile der Sentenzen!
1) Bei Jammy Bd. XIV, XV und XVI.