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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
62
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Allem zur Ehre Gottes des Allmächtigen, der die Quelle der Weisheit,der Schöpfer, Ordner und Regent der Natur ist, dann zum Nutzender Brüder und damit auch Aller, die in diesem Buche lesen undNaturkenntniß sich erwerben wollen."

Wir erkennen in diesen Worten wieder den" bescheidenen, wahr-haft christlichen Lehrer, den nur die Liebe des Nächsten zu dem müh-samen Werke bewegen kann, und der in Allem nur Gottes Ehre undder Menschen Wohl sucht! Und so hat er alle Zweige der Natur-wissenschaft nach dem Vorgang des Aristoteles, aber mit eigenen Zu-thaten und Ergänzungen in gründlicher und umfassender Weise be-arbeitet.

An jene Werke reihen sich die dreizehn Bücher über die Meta-physik Z des Aristoteles, die vom Unveränderlichen, Ewigen han-deln, wie die Physik vom Veränderlichen, Beweglichen. Da sich dieseUntersuchungen unmittelbar an jene der Physik anschließen, wie siebei Aristoteles eins mit ihnen waren, und da sie ganz gleiche Beschaf-fenheit zeigen, dürfen wir wohl annehmen, daß Albert sie auch bereitsin jenen Jahren seiner großartigsten Lehrthätigkeit verfaßt habe Z.Auch hier hat Albertus die schwierigsten, tiefsinnigsten Probleme mitgrößter Ausführlichkeit und mit Berücksichtigung aller bisherigen For-'schungen ausgenommen und zu lösen versucht.

Hätte nun unser gewaltiger Lehrer auch keine anderen Werke ge-schaffen in jenem Zeiträume von etwa zehn bis fünfzehn Jahren, alsdiese über Philosophie (an fünf Folianten füllend), so hätten wir allenGrund, seinen unsäglichen Fleiß, seine Anstrengungen, seine Frucht-barkeit, seine Verdienste um die Wissenschaft zu bewundern. Dochumfaßt das Angeführte noch nicht das ganze Feld seiner schriftstellerischenThätigkeit in jener Zeit. Er war ja auch Lehrer der Theologie und

1) Bd. III die zweite Hälfte, bei Jammy.

2) Sie lagen auch schon vor, als St. Thomas seine neue Uebersctzung des Ari-

stoteles aus dem Griechischen (circa 1262) anferttgen ließ. Bon Thomas erzählt seinBiograph: Leripsit super'xdilosoplnsm naturalem, et moralem et metspd^si-

cam, Quorum lidrorum proeuravit ut üeret «oua irsnslatio, Huae sentenliae^.ristotelis eontinet elarius veritalem. 6luil. äe Urolco e. IV. in ^,et. ss. Eswürde Albert diese letztere wohl benützt haben, wenn sie schon vorhanden gewesen wäre.In der Chronik von Staindelius (bei Oefele, Script. I. p. 508) wird Wilhelm vonBrabant (!) als Uebersetzer genannt. Rio rogatu 8. Idomao clo ^.guino omneslidros Ivristotelis naturalis et moralis xinlosopdiae et metspd^siose in lalinumverdum äe verdo trsnstulit, Hindus nunc utimur. lemporo enim ^.Iderti magnlvetus translatio dadsdatur.