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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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56 Kapitel VIII. Der selige Albertus kehrt nach Köln zurück rc.

Quelle der Erquickung; denn die Ruhenden werden erquickt und trunkenwerden vom Ucbcrfluß des Hanfes Gottes. Die vierte ist die Quelledes Jubels; die Auscrwählten werden nach der göttlichen Tröstung,nach der süßen Ruhe und der angenehmsten Erquickung in Jubel aus-brechcn, denn man singt mit Jubel vom Heil in den Hütten der Ge-rechten. Die fünfte ist die Quelle der Liebe. Denn wie sollen sie dennicht inbrünstig lieben, der sie tröstet, zur Ruhe bringt und mit allemGuten erquicket? Von dieser Quelle sagt Jsaias: Ihr werdet Wasserschöpfen mit Freuden aus den Quellen des Heilandes!

In der Hölle dagegen sind, wie man sagt, fünf Quellen, zu denender höllische Drache die verdammten Seelen, sie mögen wollen odernicht, treibt, damit sie daraus trinken. Die erste Quelle heißt Styx.Wenn die Seelen daraus trinken, hassen sie sich gegenseitig. Die zweiteQuelle heißt Phlegeton. Das Trinken daraus bewirkt, daß die Ver-dammten über sich und Andere, durch deren Mitschuld sie zu Grundegegangen sind, wüthcnd werden. Die dritte wird Lethe genannt. So-bald die Verworfenen aus dieser trinken, verlieren sie die Erkeuntnißund das Andenken der früheren Freuden und der vergangenen Lust.Die vierte heißt Acheron. Trinken die Verdammten daraus, so ver-sinken sie in unaussprechliche Traurigkeit. Die fünfte Quelle heißtCocyton. Sie bewirkt, daß die verdammten Seelen, die daraus trinken,ohne allen Trost weinen."

Sv entfalten diese Predigten des Albertus in einfachster, fastkindlicher Sprache die tiefsten Geheimnisse des Glaubens und des christ-lichen Lebens und werden gewiß noch jetzt mit Erbauung und Fruchtgelesen. Daß der Prediger meist die mystische Deutung des heiligenTextes wählt, hat wohl darin seinen Grund, weil diese als die außer-ordentliche, das Ferne, Verhüllte aufdeckende mehr Eindruck aus dasVolk zu machen pflegt, wie schon Hieronymus, der große Excgct undfeine Menschenkenner, bemerkt hat. Bewundern müssen wir aber hiebeibesonders die heilige Herablassung des großen Mannes! Er, der zu denWeisesten seiner Zeit zu reden gewöhnt und befähigt ist, vergißt hiergleichsam alle seine Gelehrsamkeit und redet voll Liebe in einfachsterWeise zum einfältigen, ungebildeten Volke wie ein Vater zu seinenKindern. Er erklärt ausdrücklich, nur für das ungebildete Volk hierzu reden und zu schreiben! Albert suchte eben in Allem nur GottesEhre und der Menschen Heil. Er war auch hierin ein treuer Jüngerder incarnirtcn ewigen Weisheit, der Schüler Jesu Christi, der auch mitden Kleinen und Armen vor den Augen der Welt am Liebsten Umganggepflogen, und diesen vor Allem das Brod der Lehre gebrochen hat.