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Kapitel VII.
der Name unscrs Albertus in rühmlicher Umgebung. Es war nämlichder Talmud der Juden dem päbstlichen Stuhle als Irrlehren enthal-tendes, sittcnverdcrbliches Buch bezeichnet worden. Darum verlangteder päpstliche Legat Odo, Bischof von Tuskulum, von den jüdischenLehrern jene Bücher des Talmud, ließ sie durch die ausgezeichnetstenMänner von Paris prüfen und fällte dann folgendes Urtheil am 15. Maides Jahres 1248:
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.Amen.
„Nachdem uns, die wir mit apostolischer Autorität betraut sind,von den Rabbinen der Juden Frankreichs einige Bücher übergebenworden, die Talmud heißen, haben wir Einsicht davon genommen undsie durch geeignete, in diesen Dingen erfahrene, gottesfürchtige undglaubenseifrige Männer durchsetzen lassen. Da wir sie nun voll unzäh-liger Jrrthümer, voll von Mißbräuchen, Gotteslästerungen und Gott-losigkeit fanden, die man nur mit Scham aussprcchen und mit Ent-setzen anhören kann, so daß jene Bücher ohne Beleidigung des christ-lichen Glaubens nicht geduldet werden können, so erklären wir nachdem Nathe trefflicher Männer, die wir dazu eigens berufen haben, jeneBücher seien nicht zu tolcriren und nicht mehr den jüdischen Meisternzurückzngeben, und wir verdammen sie durch diesen Urtheilsspruch.lieber die übrigen Bücher, die uns die Rabbinen nicht anslieferten,obwohl wir es öfter begehrten, oder die wir noch nicht gründlich genugdurchsetzen konnten, werden wir zur rechteil Zeit urtheilen und ver-fügen, was Recht ist."
Unter den unterschriebenen Namen der Männer, auf deren Rathjenes Urtheil gefällt worden, finden wir nun außer dem Bischof Wil-helm von Paris, dem Abte von St. Viktor, den Würdenträgern undtheologischen Professoren der Universität Paris auch drei Lehrer derTheologie aus dem Predigerordcn, nämlich: den Bruder JohannesPungcnsasinnm, den Bruder Albert den Deutschen (Hisntonierls) undStephan von Antisstodorum').
Wir sehen also, Albert, der damals an der Hochschule mit jenenbeiden Brüdern die Sentenzen las Z, erscheint auch hier hochgeehrtund unter den berufenen Rathgebern des päbstlichen Gesandten!
1) Bgl. Leliarä, Loript. Dom. I, 166.
2) Echard meint, Albert habe 1245 als Baccalanreuö docirt unter einem Magister,