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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der sel. Albertus abermals Lehrer in Köln. Ankunft d. hl. Thomas v. Aq. 39

30,000 Unterthanen zu befehlen hatte, der andre ein großes, gcheiin-

nißvollcs Königreich der Intelligenz im Keime in sich trug, still undohne Aufsehen in die alte, heilige Stadt cinzogen!Thomas," sagtein Biograph 2 ),eilte wie ein nach den Wasserquellen sich sehnenderHirsch nach Köln, um den Becher der lebendigen Weisheit aus denHänden Werts zu empfangen und so seinen brennenden Durst zulöschen." Jetzt war dieser Wunsch seiner Seele erfüllt, er durfte immerals Schüler zu den Füßen des großen Meisters sich setzen, mit ihm inEinem Hanse weilen! Es war dort in der Stolkgasse, wo jetzt eineArtilleriekaserne steht.

lieber das Leben und die Studien des hl. Thomas im Hause zuKöln unter Alberts Leitung finden wir in den Biographien des ersterninteressante Angaben. Thomas benützte alle seine Zeit nur zum Ge-bete, zur Betrachtung und zum Studiums. Obwohl er unter einer-zahlreichen Genossenschaft lebte und obwohl alle Brüder ihn anfänglichwegen des Rufes, der ihm voransgegangen, mit großen Gnnstbezen-gnngen überhäuften, blieb er doch am liebsten in seiner einsamen Zelle,bei den gemeinsamen Zusammenkünften hielt er strenges Stillschweigen,bei den Vorträgen der Lehrer schien er in dumpfes Brüten versunken,an den häufigen Disputationen der Mitschüler nahm er keinen Antheil.Man hielt ihn daher anfangs für einen Sonderling, man staunte dann,daß die Obern einen so stumpfsinnigen Menschen für begabt und für-fähig des Unterrichts eines Albertus gehalten hätten, ja die Gefährtenenthielten sich nicht, den jungen Thomas scherzweise einen stummenOchsen, oder den großen sicilianischen Ochsen zu nennen. Thomasertrug diese Neckereien in Geduld, er betrachtete sic als Gelegenheiten,seine Demuth zu üben. Und als ein Mitschüler, getrieben von christ-licher Liebe, sich ihm anbot, ihm behilflich beim Studium zu sehn undtäglich die Vorträge der Lehrer mit ihm ans der Zelle zu repetiren,nahm Thomas auch dieses gutgemeinte Anerbieten mit Dank an. Einst-mals aber geschah es, daß der Gegenstand der Repetition übergroßeSchwierigkeiten bot; der Gefährte gab sich vergeblich alle Mühe, daszu erklären, was er selbst nicht verstand, und gerieth in immer wach-

1) Im Jahre 1221 besaß der Orden schon 60 Klöster in 8 Provinzen. In jenemJahre 1244 zählte er schon über 30,000 Mitglieder.

2) Rudolph.

3) Bei Wilhelm von Thoko, einem Zeitgenossen, finden sich diese Notizen überdas Verhältniß des hl. Thomas zu Albert. Vgl. Bolland. VII. März. Vits. 8t. Ilroirrse

^izu. p. 662 .