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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel VI.

Leitung der dvrtigen bereits in schönster Blüthe stehenden Ordens-Schule zu übernehmen. Hier war es, wo ihm Gott einen Schülerzuführte, der eines solchen Lehrers würdig war.

Kapitel VI.

Der selige Albertus abermals Lehrer in Köln. Ankunft des heiligenThomas von Aquino.

So war also Albert wieder zu seinem geliebten Weinberg desLehramtes in Köln heimgekehrt und bebaute ihn mit großer Sorgfaltim Schweiße des Angesichtes').

Damals war es, wo bereits lernbegierige Schüler aus fernen Län-dern sich einfanden und um den Lehrstuhl des Albertus sich fchaarten,ungezogen durch den Ruhm seines Namens, der schon weithin erklungenwar. Damals saßen bereits Männer zu seinen Füßen, welche sichimmer mit heiligem Stolze seine Schüler nannten und die dann spätergroße Leuchten der Kirche geworden sind. Ob Thomas von Can-timprö, von dem wir oben gesprochen, noch in Köln geweilt, wissenwir nicht zu bestimmen. Dagegen ist der Aufenthalt eines andernMannes in Köln zn jener Zeit gewiß, dessen Name fast den seinesLehrers verdunkeln sollte, dessen Talent, Scharfsinn, Gelehrsamkeit,schriftstellerische Thätigkeit im Vereine mit hoher Heiligkeit des Lebensihn als das Ideal eines Lehrers und Weisen der Kirche zu allen Zeitenerscheinen lassen. Es ist dieß Thomas von Aquino, von dessen Lebenwir hier ein Bruchstück einweben müssen, weil es zu sehr mit demLeben unsers Albertus in jenen Tagen verwachsen war.

1) Worte Rudolphs. Man sieht, wir sprechen hier gar nicht von der AngabeRudolphs und späterer Autoren, daß Albert in diesen Jahren, von 1236 1238,auch Gencralvikar des Ordens war, daß er sogar zum General des Ordens vorge-schlagen gewesen, daß er 1238 nach Spanien gereist und dort die Ordenssiegelin die Hände des Raimund von Pennaforte gelegt habe. Die gründlichsten Kennerder Dominikanergeschichte, Echard und Quetif, erklären, daß vom ersten die altenZeugnisse nichts wissen, daß den Ordensgesetzen nach das Vikariat in die Hände desProvinzials der Lombardei übergehe. Seine gleichen Chancen mit Hugo von St. Carofür das Gcncralat des Ordens läugnen sie geradezu. Alberts Wirksamkeit als Lehrerin jenen Jahren läßt auch schwerlich die Annahme einer solchen Stellung und solcherReisen zu. Vgl. Lerixt. vom. I, p. 164. Nota.