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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der selige Albertus als Lehrer und Prediger in deutschen Städten. 35

ausdrücklich in einem Kapitelbeschluß:Das Studium in den freienKünsten und Wissenschaften nützt der Christenheit viel. Es dient nämlichzur Vertheidiguug des Glaubens, den nicht bloß Heiden nnd Häretikerbekämpfen, sondern auch Philosophen. Die Bildung in den liberalenWissenschaften ist also sehr nothwendig in der Kirche')." Der Zeit-genosse und Ordensgeneral des Albertus, Humbert de Romanis (st 1277),tadelt streng die Verächter jener Studien und vergleicht sie gar schönmit Denen, welche, wie es im Buche der Könige heißt, nicht wollten,daß ein Eisenarbeiter in Israel sei, damit die Hebräer weder Schwertnoch Lanzen fertigen könnten ^). Derselbe sagt an einer andern Stelle:Das Studium der Philosophie ist zur Vertheidiguug des Glaubensnothwendig, weil die Heiden gerade sie als Waffe gegen denselbenanwendeu; es ist nothwendig zum Verständuiß der Schrift, weil mandurch die Philosophie allein gewisse Stellen verstehen kann; es ver-mehrt die Achtung des Ordens, denn die Welt verachtet die unwis-senden Ordensbrüder; es zeigt endlich, wie wenig man ans ihr selbstzu machen habe. Denn Viele, welche die Gegenstände, womit sich diePhilosophen beschäftigen, nicht keunen, machen daraus mehr, als siewerth sind, bei näherer Beschauung aber achten sie dieselbe gering imVergleich zur Theologie ^).

Also dürfen wir nicht zweifeln, daß Alberts Lehrvorträge sich aufjenen Ordensschulcn besonders über philosophische Disciplincn erstreckthabe», also über Logik, Physik (Naturgeschichte) und Metaphysik. Erbenützte hiebei die schon länger in's Lateinische aus dem griechischenTexte übersetzten Schriften des Aristoteles, und vielleicht waren ihmin Paris auch ans dem Arabischen übertragene Bücher desselben be-kannt geworden. Nebenbei konnte er aber immerhin auch schon theo-logische Vorlesungen über die Sentenzen nnd die heiligen Schriftenhalten, obwohl er noch nicht Doktor der Theologie an einer Univer-sität geworden war. Eine Ordensschnle war an die Gesetze der Uni-versitäten nicht gehalten.

So also, als wandernder Lehrer, verlebte Albert wohl ein Jahr-zehent , überall neue Feuerherde gründend, von denen ans Geister undHerzen wieder erleuchtet und entzündet werden sollten zur Erkenntnißund Liebe des Herrn.

Im Jahre 1243 wurde er wieder nach Köln heimberufcn, um die

1) äoui-äain x>. 213.

2) Idiäem.

3) LxposN. koxul. 8l. -vngiMmi pars IX. In MdI. mux. 8«.

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