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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
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Der Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters daselbst mündetnämlich in einen Viereckösaal von mittlerer Größe '), welcher nochjetzt den Namen der Schule des seligen Albertus trägt. Ja selbstder Lehrstuhl steht noch nnverrückt, von welchem aus er der Sage nachsein Wort der Weisheit ergehen ließ. Wenn nun auch jener Kreuzgangund Saal in seiner gegenwärtigen reichen Ornamentativn erst dem fünf-zehnten Jahrhundert angchört, so ist doch große Wahrscheinlichkeitvorhanden, daß das Bauwerk jenes Hörsaales im Wesen schon derZeit des Albertus angehört, daß man diesen Lchrsaal des Klosterszur Erinnerung an den großen Meister, der hier gewirkt, an seinerStelle gelassen. Auch der Lehrstuhl war vielleicht früher in ganz ein-facher, schmuckloser Gestalt, wie es den Anfängen eines Bettelklostersentspricht, später aber, wo das Andenken des Albertus zurückgetreteuwar, hat man ihn erst mit Zierrathen und dem Bildwerk eines spä-tem Meisters ausgestattet. Jedenfalls hat dieser Saal aber hohesInteresse für uns. Denn bei der Stabilität der klösterlichen Einrich-tungen des Mittelalters dürfen wir annehmen, daß uns hier noch eingetreues Bild der Lehr- und Lcrnweise jener Zeit des Albertus ge-geben ist. Rings an den Wänden sind Sitzbänke angebracht, derenRücklchncn eine Krönung zeigen mit durchlaufender Inschrift in latei-nischer Sprache. Es sind Sprüche der heiligen Schrift und der Ka-nonen, die zum Studium, zur Wachsamkeit gegen den Versucher unddgl. auffordern ^).

Aus diesen Sitzen also, sowie auf Bänken, die wohl auch in derMitte des Saales aufgestellt waren ^), saßen die Schüler. Möglich auch,daß die nicht an der Wand Platz Findenden sich bequemen mußten,am Boden sich zu setzen ^). Daß man hier die Worte des Lehrers

t) Er ist 15^ hoch und etwa 30 lang.

2) Sie heißen: t^.ML seientiam seripturarum et viiia camis non amabis.

(Verein.) Hui aääit seientiam acläit et lavorem. (Lalom. Deel.) Huia seientiamrepulisti, repeilam te, ne saeeräotio InnZ-aris milti. (Osee.) Loni latem et ä!s-eiplinam et seientiam äoce me. (t?s. 118.) Hui leeerit et äoenerit, die magnusvoeaditur in reg'no eoelornm. (Nattli.) Viäete, ns guis vos äeeipiat per plri-losopinam seeunäum elementa munäi et non seeunäum OUristum. (Ooloss).

3) Auf dem Titelholzschnitte zur Legende des Albertus von Rudolph finden wirsolche Sitzbänke in der Mitte aufgestellt vor der Kathedra des Albertus.

4) In Paris sollen damals die Studenten noch vielfach auf Stroh gesessen haben,woher noch der Name der Strohstrasse (kus äu k'ouarre) kommt, wo jene Vor-lesungen waren. Vgl. Daniel, klassische Studien. S. 119. Am».