Der selige Albertus als Lehrer und Prediger in deutschen Städten. 31
sein Aufenthalt in der alten Schöpfung der Zähringcr, in Freibnrg,an jenen in Straßburg. Von diesem haben wir übrigens noch wenigerKunde ').
Dagegen hat die Tradition in Regensburg noch einige sichtbareErinnerungszeichen an die Jahre des Lehramts, das Albertus dortversah, erhalten. Regensburg, diese alte Burg der Bayernherzoge,dann mächtige Bischofs - und Reichsstadt, hatte gleichfalls früheschon, ihre Schäden erkennend, den Dominikanern gastfreundlich ihreThore geöffnet. Nachdem ste bereits wohl im Jahre 1218 in dieStadt eingewandert waren und eine kleine Wohnung bezogen hatten,von wo sie ausgingcn, ringsum den Samen des Heiles zu streuendurch Predigt und Seelcnführnng, schenkte ihnen Bischof Sigfriedi. I. 1229 die alte romanische Blastnskirche, in deren Nähe ste ihrneues Kloster erbauen sollten. Das thatcn sie nun auch. Unterreger Beihilfe von Volk und Klerus, Adel und Bürgerschaft, entstandein stattliches Ordcnshans ^), m dem ste ihre ganze scgcnsvolle Thätig-keit entfalten konnten. Wie überall richteten sic auch hier vor Allem ihrAugenmerk auf den höheren Unterricht. Denn die Schule ist ja vorAllem das Zeughaus der Zukunft. Durch die Schule zogen auch hierdiese großen Geistcsmänner das aufblühcnde Geschlecht an sich, ver-stärkten mit den Besten der Jünglinge ihre eigene Zahl, die neueKriegsschaar Christi, und gewannen auch in öffentlichen Predigten dieklebrigen durch die Waffen der Wissenschaft für die christliche Wahr-heit und das Gesetz des Herrn. So erklärt sich- daß wir auch in Re-gensbnrg schon i. I. 1230 eine Schule bei den Prcdigermönchen finde».Und an diese Schule wurde Albertus in jenen Jahren -ff gesandt,um ste durch das Licht seiner Lehre zn hoher Blüthe zu bringen. Nochbezeichnet die Tradition in Rcgcnsbnrg den Raum, in welchem dergroße Meister den Samen der Wissenschaft ansgestreut haben soll.
1) Prusfia nennt zuerst Freiburg, dann Negensburg, dann Straßbnrg.
2) 8olemne monasterium heißt es, also bereits ein bedeutender Bau. Vgl.Gumpelzhaimer I. 291, und den Aufsatz meines jungen Freundes A. Niedermayr,Alumnus im bischofl. Seminar zu Negensburg, über die dortige Dominikanerkirche,in der Beilage der A. Postzeitnng v. 17. April 1856.
3) Die Annahme, daß Albertus später erst, zwischen 1258 — 1260, in Negens-burg docirt und daun dort die Bischofswürde erhalten habe, ist gegen das Zeugnißder Geschichtschreiber und auch durch die anderweitige Thätigkeit des Meisters in jenenJahren widerlegt. Prnssia sagt, Albertus sei damals 2 Jahre in Negensburggewesen.