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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel V.

der eigenen Studien halber gewesen sehn Wann er in dieseneinzelnen Städten geweilt, können wir nicht ganz genau bestimmen,nur sv viel wissen wir, daß diese gelehrten Missionen sich durch un-gefähr zehn Jahre hindurchgezvgen haben, vom Jahre 12321243.

In dem hochehrwnrdigen Hildesheim, der Stiftnngs Ludwigs desFrommen, dem Sitze so ruhmreicher Bischöfe, hatten die Prediger-mönche unter dem großen Bischöfe Konrad II. (12211249) einHaus erhalten. Dieser Bischof, der selbst in Paris studiert unddort Theologie docirt hatte, berief ohne Zweifel die Söhne des heil.Dominikus, die er in Paris schon kennen und lieben gelernt, nachHildesheim, um durch ihre Hilfe Sitten und Wissenschaften in seinemSprengel wieder in Blüthe zu bringen. Da durfte also Albertusnicht fehlen, dessen Lehrgabe sich im Convente zu Köln schon hoheBewunderung erworben hatte. Rudolph und Prussia sagen, Albertussei im Jahre 1233 nach Hildesheim gekommen. Des Albertus Worteselbst aber lassen auf eine spätere Zeit schließen. Denn er erzählt,er habe i. I. 1240, wo er in Sachsen geweilt, mit gar Vielen einenKometen beobachtet Z. Mit dieser Angabe deutet er ohne Zweifelauf Hildcsheim hin.

Auch das gewaltige Straßbnrg, die Lieblingsstadt der Kaiser,hatte frühzeitig die Bettclorden ausgenommen. Bischof Heinrich II.(ff 1223) von Beringen berief die Dominikaner und bald verdientihre Schule Erwähnung unter den trefflichen Anstalten der großenReichsstadt 3). Gerade hier, wo seit ältester Zeit an den übrigenSchulen ausgezeichnete Lehrer wirkten, war es nothwendig, daß vonSeite der neuen Orden ein Mann gesendet wurde, der die anderndurch den Glanz seiner Gelehrsamkeit nnd die Gabe des Unterrichtsübertraf. Das war wiederum Albertus, der darum auch zwischenden Jahren 1230 1240 hier im neuen Kloster seinen Lehrstuhl auf-schlug. Damals mag dort auch der Bau der noch stehenden einfachschönen Dominikanerkirche begonnen haben. Wahrscheinlich schließt sich

1) Echard a. a. O.

2) IsLg. in libi. meteor. oap. 30.

3) Wenn Heideloff meint, Albertus habe hier so lang gewirkt, daß er den Namen^.rgentimrs trägt, so ist zu bemerken, daß Albertus L.rxentiiiensi8 ein ganz andrerMann, ein historischer Schriftsteller des 14. Jahrhunderts war, unter dem BischöfeBerthold II., wie schon vr. Schneegans in Straßburg bemerkte. Vgl. HeideloffsKleinen Altdeutschen. S. 21.