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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel V.

Garten seines honigsüßen Herzens zu sammeln. Endlich wurde erznm Lohne seiner Tüchtigkeit und seiner Wissenschaft, wodurch er sichvor allen Brüdern auszcicbnetc, von den Obern znm Lektor ernanntund nach der berühmten Metropole Deutschlands, nach Köln, gesendet."

So war also die edle deutsche Pflanze unter dem gesegnetenHimmel Italiens durch das Wehen der Gnade bereits hcrangereiftzu einem hochstrebenden wunderbaren Baume, der nach Deutschlandzurückversetzt, Tausende durch seine reichen Früchte der Weisheit undTugend erquicken und stärken sollte im Wissen und Leben. Wann undans welchen Wegen diese Heimkehr des Albertus nach den deutschenGauen geschehen, ist wieder ungewiß. Doch möchte die Annahme desZeitraums von 1228 1230 die größte Wahrscheinlichkeit für sichhaben. Albertus stand also ungefähr im Alter von 36 Jahren.

Kapitel V.

Der selige Albertus als Lehrer und Prediger in deutschen Städten.

Mit unglaublicher Schnelligkeit schlug der neubegrüudete Ordendes heiligen Dominikus auch in Deutschland allüberall kräftige Wurzeln.Das Gefühl, daß das öffentliche Leben einer Erneuerung im Geiste,einer Regeneration durch einen neuen Sauerteig bedürfe, war beiallen cdlern Gemüthern allgemein. Wenn auch im Einzelnen nochliebliche Erscheinungeil anftauchten, wenn Werke der Frömmigkeit,Beweise der Aufopferung, der christlichen Liebe nicht selten waren,wenn auch großartige Schöpfungen der Wissenschaft und Kunst nichtfehlten, so war dock das Leben im Ganzen, besonders in den Städten,einer großen Korruption verfallen '). Die beständigen Streitigkeitenzwischen den Bischöfen und Städten um die Herrschaftsrechte, dieZwiste der Parteien in den Gemeinden und in ganzen Ländern, derdurch den Handel gewonnene Reichthum, die sich daran schließendeLeichtfertigkeit, Genußsucht und Kleiderpracht ^), der weltliche Sinn,

1) Vgl. Ennen, S. 12.

2) Albert schildert in seinen Predigten selbst alle diese Uebel der Zeit, besondersdie Putzsucht, die Ueppigkeit, die Theater und Tänze, den schändlichen Aberglaubender Weiber, die Trägheit der Kanoniker, die nicht einmal im Chore den Mund ge-nug öffnen. Vgl. III. 8erin. äs Hativ. L. Mariae cts saeril. missae. 8ermo äsassuinpl. Mariae II. Besonders 8errn. in dom. IV. post Lpiptran. Klagen überBischöfe und Klerus besonders im Commentar zu Lucas.