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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Kapitel IV.

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schritte machte.Es war seine Uebung," sagt auch Rudolph,zumSchirm des Gebetes zu fliehen und die geistigen Flügel nach demRathe des Propheten zuerst mit frischen Federn zum höheren Flugezu versehen." Bald übertraf er alle Mitschüler nnd Meister Jordanhatte gewiß die Blüthe der akademischen Jugend dort im Conventeversammelt sowohl was Tiefe als was den Umfang des Wissensbetrifft, das Dunkelste schloß sich ihm ans, keine Schwierigkeit ver-mochte mehr seine Wißbcgierdc zu hemmen').. Welcher LehrerUnterricht in der Theologie damals Albertus genossen, vermögen wirnicht anzugeben.

Dagegen ist der Umfang und die Folge der Lehrgegcnstände un-schwer zu bestimmen. Vor Allem mußte die gründliche Kenntniß derheiligen Schrift erworben werden. Daher wurden die Bücher derselbender Reihe nach von den Professoren erklärt in der bekannten allegorischenWeise, die zur Erbauung des Volkes so geeignet ist, indem sie fastallen Fakten und Worten der Schrift einen auffallenden tiefern, gei-stigen Sinn abzngcwinnen weiß. So lange die Studierenden dieseVorträge hörten, hießen sic diblioi, die Bibelstndenten, nnd varenausschließlich auf dieses Feld angewiesen. Denn alle Vielheit undalles Vielerlei zu gleicher Zeit war dem Studicngang des Nittel-altcrs fremd. Man studierte einige Jahre die heilige Schrift md nurdie heilige Schrift und zwar mit ungeteiltem Eifer und glasendemErfolge. Daß auch unser Albertus diesen Bestrebungen sich mii ganzerSeele hingegeben, zeigen alle seine Schriften, wo sich Schrisstclle anSchriftstclle in originellster Anwendung reiht, wo man sieht, -ergänzeText der heiligen Schrift ist so sein Eigenthum geworden, laß er injedem Augenblick unbedingt darüber gebieten kann.

Daran schloß sich das Studium der Sentenzen des P/trus Lom-bardus, wir würden sagen, der Dogmatik nnd Moral. Es war dasSystem der kirchlichen Lehre, wie es von jenem große» Lehrer zuParis war in ein Werk znsammengcfaßt worden,, mit denErklärungennnd Erweiterungen der folgenden Meister, welche den Ssiff noch mehrzerlegten, für die einzelnen Dogmen neue Beweise suchen nnd alleauftanchcnden Zweifel lösten. Der Professor brachte da^ Lehrbuch desLombarden mit aus den Katheder; die Erklärungen und Erörterungenmußte er aber ohne Hilfsmittel frei Vorträgen. Während tiefer Beschäfti-gung, die wieder mehrere Jahre in Anspruch nahm, ließen die Theo-logen ssmentiuri, Studenten der Sentenzen.

4) Jammy n. a.