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Der selige Albertus als junger Ordensmann.
zender Geisteskraft ausgerüstet worden, so daß er von nun an wunder-bare Fortschritte gemacht').
So anmnthig die Erzählung lautet, die in vielen Variationenund Stellungen vorgcbracht wird, können wir sic doch auch hier nichtals historisches Faktum betrachten. Denn nachdem Albertus bereitsan zehn Jahre mit Auszeichnung de» philosophischen Studien obgelcgen,so daß er von Andern bereits als Meister betrachtet wurde, so kön-nen wir uns ihn schwerlich jetzt wieder als stumpfsinnig und talentlosdenken. Bei den Alten ist davon auch nie die Rede. Albertus sagtmr in seiner selbst zweifelhaften Schlußrede in Köln, er sei immerdurch die heilige Jungfrau angetrieben worden zum eifrigen Studiums.Aas er nicht durch Studieren gefunden, habe er durch das Gebeterlangt. Und da er einmal mit besondrer Inbrunst betete um Erleuch-tung, sei ihm die heilige Jungfrau erschienen, habe ihm Trost znge-spmchen, ihn zur Ausdauer ermahnt in der Wissenschaft und Tugend,und ihm verheißen, daß seine Wissenschaft ihn nicht vom reinen Glau-ben abbringcn werde. Sic versprach ihm auch, er werde darum vor demTod« alle Wissenschaft wieder vergessen und mit der Unschuld und demsromnen Glauben eines Kindes sterben.
Das ist offenbar der Kern, aus welchem später der üppige Baumder Srge mit den mannigfaltigsten Verzweigungen aufgeschossen. Esist damit aber nur gesagt, daß Albertus sich innerlich immer zum Be-trieb der Wissenschaft angespornt gefühlt habe, und daß er von dernaheliegniden Versuchung gepeinigt gewesen, die Wissenschaft ganzaufzugcbm, da nur der fromme Glaube und die Heiligkeit des Lebenszur Seliffeit führe, die vielleicht durch die Studien gefährdet würden.Durch jcie Vision, durch ein Tranmgestcht, das die Gottesmutterihm vorstcltc, sei er aber in dem Betriebe der Wissenschaft bekräftigtund getrösbt worden.
Wie deses sich nun verhalten möge, so viel ist gewiß, daß Al-bertus alle Lersnchungen überwand, durch unablässigen Eifer im Stu-dium und dirch stetes Gebet auch in Bologna bald wunderbare Fort-
1) Daraus Igt bekanntlich Bayle den wohlfeilen Witz gemacht: Albertus seivon der Gottesmüter aus einem Esel in einen Philosophen und spater aus einemPhilosophen in einn Esel verwandelt worden.
2) Wann dieß geschehen, ist dort nicht angeführt. Es kann selbst später währendseines Lehramtes dise Scene vorgefallen seyn.
3) Es ist die Zit, wo die Sohne des hl. Franziskus durch die Macht derheiligen Liebe allein sie Welt dem Herrn und den Himmel sich zu erobern begannen!